Ratingagenturen sind auf die Schuldnerstaaten innerhalb des Euroraums nicht so gut zu sprechen. Die Finanzierungssorgen Irlands, Portugals, Griechenlands und Spaniens sind für sie ein rotes Tuch. Anleger sehen das etwas anders und vor allem die Probleme gelassener.
Gelassenheit ist an den Finanzmärkten messbar, nämlich in Form der Risikoaufschläge, die Anleger verlangen, wenn sie einem Staat über den Kauf einer Anleihe Geld anvertrauen. Jedenfalls hatte der spanische Staat am Donnerstag keine Probleme, mit der Herausgabe einer Anleihe 3,3 Milliarden Euro einzusammeln. Dabei sank die Rendite des fünf Jahre laufenden Papiers deutlich auf 2,964 Prozent. Im Juli hatten die Südeuropäer noch 3,657 Prozent anbieten müssen.
Damit sank auch der sogenannte Spread, also der Risikoaufschlag gegenüber vergleichbaren deutschen Papieren auf 1,75 Prozentpunkte. Als die Schuldenkrise hochkochte hatte der Spread bei 2,49 Prozentpunkten gelegen. Das war allerdings weit entfernt von den griechischen Mondzinsen.
Diese Entwicklung zeigt, dass Anleger in der Lage sind, die Situation durchaus realistisch einzuschätzen. In den vergangenen Wochen war vor allem über die straffen und durchaus erfolgversprechenden Sparbemühungen der als „Problemstaaten“ titulierten Regionen berichtet worden. Selbst die Herabstufung Irlands seitens der Agentur S&P hatte keine Panikattacken erzeugt. Natürlich kann es auch schiefgehen, doch der EU-Rettungsschirm kann mögliche Ausfälle für einige Monate abfangen.
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