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Arbeitsmarkt in Deutschland: Flexible Beschäftigte, starre Renditeziele

Jeder elfte Arbeitnehmer in Deutschland ist nicht auf Dauer, sondern zeitlich begrenzt beschäftigt - so viele wie nie zuvor. Bei Neueinstellungen ist inzwischen fast jeder zweite Job nur noch befristet. Von Eva Roth

Verträge auf Zeit - jeder elfte Arbeitnehmer in Deutschland ist betroffen.
Verträge auf Zeit - jeder elfte Arbeitnehmer in Deutschland ist betroffen.
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Die Zahl der befristet Beschäftigten ist 2008 auf ein "Allzeithoch" gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt: 2,7 Millionen Menschen hatten in diesem Jahr einen Vertrag auf Zeit, das sind 8,9 Prozent aller abhängig Beschäftigten. So viele Befristungen gab es im vereinigten Deutschland noch nie.

Bei Neueinstellungen ist inzwischen fast jeder zweite Job nur noch befristet, berichtet die Süddeutsche Zeitung aus Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Verträge auf Zeit - jeder elfte Arbeitnehmer in Deutschland ist betroffen.
Verträge auf Zeit - jeder elfte Arbeitnehmer in Deutschland ist betroffen.
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Die SPD findet diesen seit Jahren anhaltenden Trend bedenklich und hat schon einen Tag vor Bekanntwerden des Rekordwerts ihr Rezept präsentiert: Unternehmen sollen künftig nicht mehr die Möglichkeit haben, ohne sachlichen Grund einen Arbeitsvertrag zu befristen.

Arbeitsmarktforscher sind von dieser Idee nicht gerade angetan: Dadurch würde sich vermutlich nicht viel ändern, sagte die Vize-Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifkation (IAQ), Claudia Weinkopf, der Frankfurter Rundschau. Viele Unternehmen würden sich dann eben einen Grund für die Befristung einfallen lassen.

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Auch Joachim Möller ist skeptisch, ob schärfere Regeln vernünftig sind. Zwar sei die Verbreitung befristeter Jobs für Beschäftigte erst einmal nicht erfreulich, sagt der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Frankfurter Rundschau. "Aber man muss sich fragen, wie die Alternativen aussehen."

Arbeitgeber benötigten eine gewisse Flexibilität beim Arbeitskräftebedarf. Ein Instrument sei die Befristung, auf die man nicht einfach verzichten könne. "Den Kündigungsschutz zu reduzieren oder die Leiharbeit zu forcieren, wären meiner Meinung nach schlechtere Alternativen."


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Sinnvoll findet Weinkopf einen zweiten Vorschlag der SPD: Künftig soll es verboten sein, dass ein Leiharbeiter nur für einen bestimmten Auftrag eingestellt wird. Dass dieses Verbot mit den Hartz-Reformen abgeschafft wurde, sei eine "überzogene Deregulierung" gewesen, sagt Weinkopf.

Berufseinsteiger haben extrem oft einen befristeten Job: Bei den Beschäftigten bis zum Alter von 19 Jahren lag der Anteil bei 41 Prozent. Dabei wurden Azubis nicht berücksichtigt, betonen die Statistiker. In der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen waren es immer noch rund 25 Prozent.

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Autor:  Eva Roth
Datum:  17 | 3 | 2010
Seiten:  1 2
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