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27. September 2012

Arbeitsmarkt: Neue Jobs werden knapp

 Von Stephan Kaufmann
Die Spuren der Krise zeigen sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Foto: dpa

Euro-Krise wirft immer längere Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt

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Euro-Krise wirft immer längere Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt

Die Euro-Krise schleicht sich nach Deutschland. Zwar hält sich der deutsche Arbeitsmarkt nach wie vor gut. Im September ist die Arbeitslosigkeit trotz schwächerer Konjunktur noch einmal kräftig zurückgegangen. Dies war allerdings vor allem Saisoneffekten geschuldet. Rechnet man diese Effekte heraus, so zeigen sich immer deutlicher die Spuren der Krise: Die Arbeitslosigkeit steigt, die Chancen auf Jobs schwinden. „Für Arbeitslose ist es schwieriger geworden, eine Beschäftigung zu finden“, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), am Donnerstag.

Weniger Stellen

Im September ist die Zahl der Arbeitslosen auf 2,79 Millionen Personen geschrumpft, das waren 117.000 weniger als vor einem Jahr und 7000 weniger als im August. Dies wirkt zunächst beeindruckend. Doch ist erstens solch ein Rückgang nach dem Ende der Sommerpause üblich. Und zweitens fiel er dieses Mal deutlich kleiner aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der laut Commerzbank-Berechnungen 142.000 beträgt.

Rechnet man die jahreszeitlichen Schwankungen heraus, so stieg die Arbeitslosenzahl gegenüber August um 9000 auf 2,91 Millionen. Dies war bereits der sechste Anstieg in Folge. Die BA begründete dies damit, dass weniger Erwerbslose an Arbeitsmarktprogrammen teilnehmen und damit aus der Statistik fallen. Dies zeige sich in der Unterbeschäftigung, die auch Arbeitslose in Förderprogrammen berücksichtigt. Sie sank im Vorjahresvergleich um 174.000 und damit stärker als die offizielle Arbeitslosenzahl.

Dies dürfte aber nicht der einzige Grund für die Schwäche sein. „Offensichtlich bremsen die schwache Konjunktur und die Unsicherheit über die Staatsschuldenkrise den Arbeitsmarkt zunehmend“, kommentierte Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld. 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in andere Euro-Staaten, die gesamte EU nimmt 60 Prozent der Ausfuhren ab. Mit der Rezession in Europa schieben Unternehmen nun Investitionen auf und halten sich mit Einstellungen zurück. Das zeigt auch der Rückgang der offenen Stellen in Deutschland – ihre Zahl lag im September um 3,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Neue Jobs werden also rarer. Die Gefahr, seinen Job zu verlieren, sei aber weiterhin gering, sagte BA-Chef Weise. Derzeit treffe ein Jobverlust nur neun von 1000 Beschäftigten. Zwar spüre der Arbeitsmarkt das schwächere Wirtschaftswachstum. Insgesamt aber sei die Lage stabil.

Aufgehellt hat sich auch die Lage in Berlin und Brandenburg. In der Hauptstadt lag die Zahl der Arbeitslosen im September mit rund 208.000 um 12.600 unter dem Wert des Vorjahresmonats. Mit einer Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent bleibt Berlin aber weiter das Schlusslicht. In Brandenburg ließ der Rückgang der Arbeitslosen gegenüber September 2011 um 7200 auf 125.600 die Arbeitslosenquote deutlich sinken.

Jugendarbeitslosigkeit gesunken

Die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin sei weiterhin gut, sagte der BA-Regionaldirektor, Dieter Wagon. Insgesamt gebe es 40.000 mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor einem Jahr. Vom Aufschwung profitiert hätten am stärksten die Jugendlichen von 15 bis 20 Jahren, in dieser Gruppe ging die Erwerbslosenquote von 19,2 auf 17,5 Prozent zurück.

Dieser Trend dürfte sich jedoch nicht fortsetzen. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Lage in Deutschland weiter leicht verschlechtern wird. Die Arbeitslosenrate von bundesweit 6,8 Prozent dürfte sich auf die Sieben-Prozent-Marke zubewegen. Für Januar erwartet die BA wieder über drei Millionen Arbeitslose.

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