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Arbeitszeit: IG Metall will andere Verteilung

Die IG Metall Baden-Württemberg ist skeptisch, ob das Beschäftigungsvolumen in der Metall- und Elektroindustrie das frühere Niveau erreichen kann. Deshalb will sie eine Debatte über neue Arbeitszeitmodelle anregen.

Der baden-württembergische IG-Metall Bezirksleiter Jörg Hofmann. (Archivbild)
Der baden-württembergische IG-Metall Bezirksleiter Jörg Hofmann. (Archivbild)
Foto: Foto: dpa

Stuttgart. Die IG Metall Baden-Württemberg will mit Blick auf ein langfristig schrumpfendes Beschäftigungsvolumen in der Metall- und Elektroindustrie eine Debatte über die Arbeitszeit anregen.

"Wir haben derzeit die massivste Arbeitszeitverkürzung, die die Republik je erlebt hat", sagte IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. Nur im günstigsten Fall werde nach der Rezession das frühere Niveau wieder erreicht. "Wir werden Branchen haben, die wieder auf ihr volles Arbeitszeitvolumen kommen, aber auch solche, die weit unter den früheren Werten bleiben." Deshalb seien Instrumente nötig, die den bundesweit 3,3 Millionen Beschäftigten der Branche über die Krise hinaus Beschäftigung sicherten.

"Es geht um neue Arbeitszeitmodelle, die einerseits flexible Antworten auf persönliche Belange geben und andererseits die Einkommenssituation der Menschen berücksichtigen", sagte Hofmann. Mit Blick auf das reduzierte Nettoeinkommen beim Kurzarbeitergeld sagte er: "Das ist schmerzhaft, wenn man eine Familie zu ernähren und Verpflichtungen zu erfüllen hat." Die Frage des Lohnausgleiches werde man deshalb auch mit ansprechen müssen.

Eine Kampagne seiner Gewerkschaft für eine 30-Stunden-Woche wie bei der 35-Stunden Woche vor mehr als 25 Jahren sieht er derzeit aber nicht. Eine verringerte Arbeitszeit müsse neben dem Ziel der Beschäftigungssicherung auch mit sinnvollen Lebensmodellen verbunden werden. Vorstellbar seien etwa Elternzeit, Qualifizierung oder schrittweiser Ausstieg aus dem Berufsleben.

Das Thema könnte in der nächsten Tarifrunde auf die Tagesordnung kommen, sagte Hofmann. Sie wird Ende April 2010 mit der Kündigung der Tarifverträge eingeläutet. Hofmann sagte eine schwierige Tarifrunde voraus, deren Rahmenbedingungen durch den Ausgang der Bundestagswahl mitbestimmt würden. Eines sei aber klar: "Die Entwicklung der Einkommen wird selbstverständlich eine Rolle spielen." Baden- Württemberg mit seinen knapp 800 000 Mitarbeitern war in der Vergangenheit Tarifpilotbezirk, in dem richtungweisende Abschlüsse für die Branche gefunden wurden. (dpa)

Datum:  27 | 9 | 2009
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