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19. Januar 2013

Aufschwung: China gewinnt wieder an Fahrt

Chinas Binnennachfrage bestimmt zunehmend das Wachstum.  Foto: reuters/JON WOO

Industrieproduktion und Einzelhandel in China ziehen an. Die asiatischen Märkte reagierten mit Kursgewinnen.

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Es ist der Wendepunkt: Die chinesische Wirtschaft findet allmählich zu alter Stärke zurück. Von Oktober bis Dezember 2012 legte das Bruttoinlandsprodukt um 7,9 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Im Sommerquartal hingegen hatte der Zuwachs nur 7,4 Prozent betragen. Erstmals seit fast zwei Jahren kam der Wachstumsmotor zum Jahresende damit auf Touren, nachdem er zuvor über sieben Quartale an Fahrt verloren hatte.

„Die wirtschaftliche Erholung in China ist nun amtlich“, meint VP-Bank-Chefökonom Thomas Gitzel. Für einen Aufschwung spricht auch, dass Industrieproduktion und Einzelhandel wieder anziehen. Das vergangene Jahr war dennoch ein herber Rückschlag für das Boomland: Das Wachstum war so schwach wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Starthilfe der Zentralbank

Die Industrieproduktion legte im Dezember um 10,3 Prozent zu. Experten hatten mit einem Plus von 10,1 Prozent gerechnet. Die asiatischen Märkte reagierten mit Kursgewinnen auf die jüngsten Wirtschaftsdaten aus der Volksrepublik.

Das Anspringen des Wachstumsmotors ist auch auf die Starthilfe der Zentralbank zurückzuführen, die im vorigen Sommer zweimal die Zinsen gekappt und seit Ende 2011 die Mindestreserveanforderungen für Banken dreimal gesenkt hat. Der neue Parteichef Xi Jinping hat zudem angekündigt, die Volksrepublik mit kleinen Kurskorrekturen auf stabilem Wachstumspfad halten zu wollen. Exporte machen rund ein Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Die Eurokrise und die schwächelnde US-Konjunktur machten der Ausfuhrwirtschaft jedoch das Leben schwer. Der riesige Binnenmarkt des bevölkerungsstärksten Landes der Welt rückt dabei in dem Wachstumsmodell der Wirtschaftslenker immer stärker ins Blickfeld.

Soziale Kluft ist groß

Ob China seine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte weiterschreiben kann, hängt auch davon ab, ob das Land die Schere zwischen Arm und Reich in Zukunft schließen kann. Die soziale Kluft zwischen einer wohlhabenden Schicht in den großen Metropolen und armen Wanderarbeitern sowie Bauern ist „relativ groß“, wie selbst die kommunistische Führung einräumt. Zudem macht die in Smog gehüllte Hauptstadt die Kehrseite des rasanten industriellen Aufstiegs für alle sichtbar: Luftverschmutzung und Umweltzerstörung. „In Peking wird man sich Gedanken darüber machen, wie das Wachstum ökologischer aussehen kann, ohne dem Binnenmarkt die Luft abzudrehen“, mahnt Ökonom Frederik Kunze von der NordLB.

2012 trugen Ausgaben der Haushalte schon mehr als die Hälfte zum Wachstum bei. Im Dezember stiegen die Einzelhandelsumsätze zum Vorjahr um 15,2 Prozent. Experten hatten nur ein Plus von 14,9 Prozent veranschlagt. „Der private Konsum mausert sich zu einer der Hauptstützen des Wachstums“, so Ökonom Gitzel. Er geht davon aus, dass China sein Wachstumstempo noch steigern kann und Wachstumsraten von über acht Prozent wieder Normalität werden. China blickt aber auf ein vergleichsweise durchwachsenes Jahr zurück, in dem die Wirtschaftsleistung nur um 7,8 Prozent zulegte. Damit ist 2012 das konjunkturell schwächste Jahr seit 1999. Die Regierung hatte 7,5 Prozent als Planziel vorgegeben. ()(Reuters)

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