Die IG Metall erwartet einen weiteren Rückgang an neuen Ausbildungsverträgen - und fordert die Unternehmen auf, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Von Bernd Salzmann
Begehrt: eine Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie.
Foto: ddp
Begehrt: eine Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie.
Foto: ddp
Die Probleme am Ausbildungsmarkt spitzen sich zu. Laut Industriegewerkschaft (IG) Metall ist das "Flaggschiff der Bildung in Deutschland, die berufliche Bildung, 2009 heftig ins Schlingern geraten".
Die Aussichten für das neue Jahr seien alles andere als günstig: "Nach den ersten Schätzungen aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie wird das Jahr 2010 erneut einen mindestens zehnprozentigen Rückgang an Ausbildungsplätzen bringen", heißt es in einer Analyse des Ressorts Bildungs- und Qualifizierungspolitik in der Vorstandsverwaltung der IG Metall.
Die Fachleute um Klaus Heimann drängen daher zum Umsteuern. "Die Zukunftsperspektiven junger Menschen sind abhängig von einer guten oder schlechten Wirtschaftslage. Um diese Abhängigkeit wenigstens abzufangen, fordert die IG Metall eine andere Form der Finanzierung der Ausbildung - zum Beispiel durch Branchenfonds", heißt es in einem Papier mit dem Titel "Wirtschaftskrise hat den Ausbildungsmarkt voll erwischt", das der Frankfurter Rundschau vorliegt.
Die Gewerkschaft beruft sich in ihrer Studie auf eine Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Ausbildungsjahr 2009. Danach wurden vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 bundesweit lediglich noch 566.004 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.
Berufe - wie angesehen sie sind
Bildergalerie ( 30 Bilder )
Berufe - wie angesehen sie sind
Platz 29: Sie versprechen Schutz vor Schaden - und kassieren erstmal für ihre Hilfe beim Ausfüllen: Versicherungsvertreter stehen in der Beliebtheitsliste der Deutschen ganz unten. Nur zwölf Prozent der Befragten erkennen bei ihnen ein hohes Ansehen.
Foto: dpa
Platz 27: Wegen gleicher Punktzahl springen wir gleich zwei Plätze weiter. Bei rosa sehen manche schwarz. Dass Beschäftigte der Deutschen Telekom besonders angesehen seien, zu dieser Aussage können sich gerade einmal 16 Prozent der Befragten durchringen. Tendenz: steigend.
Foto: dpa
Platz 27: Sie erfinden Sprüche, die die halbe Welt kennt, und reizende Verpackungen dazu. Dennoch - oder deshalb? - trauen viele Beschäftigten in Werbeagenturen offenbar nicht über den Weg. 16 Prozent mit fallender Tendenz.
Foto: dpa
Platz 26: Für die Kunstfigur Horst Schlämmer begeistern sich die Deutschen, für echte Politiker kaum. Besondere Achtung können 23 Prozent sehen - immerhin drei Prozentpunkte mehr als 2007 und zwei mehr als 2008.
Foto: dpa
Platz 25: Um fünf Prozentpunkte steigt das Ansehen von Gewerkschaftsfunktionären - jetzt auf 28 Prozent. Allerdings schadet unseres Erachtens der Anhang "Funktionär" jeder Berufsgruppe.
Foto: dpa
Platz 24: Im eigenen Haus hat man sie nicht gerne. Aber immerhin ist die Freude groß, wenn sie einen großen Fisch an (Steuer-)Land ziehen. Steuerinspektoren kommen auf 32 Prozent (plus vier).
Foto: dpa
Platz 23: Die Beamten haben deutliche Zuwachsraten im Ansehen. Von 27 Prozent arbeiteten sie sich in zwei Jahren auf 33 Prozent hoch. Vielleicht tragen ja solche lustigen Umfragen wie diese zur Erkenntnis bei, dass Beamte nicht langweilig sein müssen.
Foto: dpa
Platz 22: Der Absturz des Jahres. Ein Minus von beachtlichen neun Prozentpunkten haben sich die Manager eingebrockt. Dafür gibt's keinen Bonus. Nur noch 28 Prozent sagen, Manager sind hoch angesehen.
Foto: dpa
Platz 21: Sparkassen galten vor nicht allzu langer Zeit als eher langweilig. Doch in der Finanzkrise punkteten sie als zuverlässig. Das zeigt sich auch im Ansehen: Es steigt seit 2007 um vier auf 37 Prozent.
Foto: dpa
Platz 20: "Die Fahrausweise bitte" - wer so am Morgen Menschen aus den Schlaf weckt, macht sich wenig beliebt. Aber Schaffner haben wohl auch ihre Vor-Züge - sonst kämen sie nicht auf 38 Prozent.
Foto: dpa
Platz 19: Hat der Bankangestellte Sie gut beraten? 36 Prozent der Befragten schätzen jedenfalls Menschen mit diesem Beruf. Das sind zwei Prozent weniger als 2007 - und beachtliche fünf Prozent weniger als 2008.
Foto: dpa
Platz 18: Viele Kabel und Geräte sind nötig, damit EDV-Sachbearbeiter ihre Daten eingeben können. Eine Beschäftigung, die oft Konzentration und Durchhaltevermögen erfordert. Dennoch sind die Vertreter dieses Berufs nur durchschnittlich angesehen - 39 Prozent.
Foto: dpa
Platz 17: Sie sitzen in seltsamen, ufo-artigen Gebäuden und grübeln vor ihren Rechnern - und sind gar nicht soooo wenig beliebt, wie oft behauptet. 46 Prozent der Befragten sagen, Journalisten hätten ein hohes Ansehen.
Foto: dpa
Platz 16: Steuerberater helfen, Geld zu sparen - und wollen Geld dafür. Dieses unter dem Strich manchmal ausgewogene Verhältnis spiegelt sich in einer Mittelfeld-Position in der Hitliste wider: 47 Prozent - konstant seit drei Jahren.
Foto: dpa
Platz 15: Studienräte sind Beamte im höheren Dienst, die meist im Klassenzimmer arbeiten. In der Schule sind sie höher angesehen als einfache Lehrer, bei der Mehrheit der Deutschen verhält es sich anders herum. Studienräte stehen bei 53 Prozent der Befragten hoch im Kurs. Das Lehrerergebnis kommt noch.
Foto: dpa
Platz 14: Manche Arbeiten gelten als einfach, sind aber dennoch unerlässlich. 59 Prozent der Deutschen schätzen ihren Briefträger - mit sieben Prozent die größte Steigerungsrate verglichen mit dem Jahr 2007.
Foto: dpa
Platz 12: Weil sich nicht jeder das Gesetzbuch unter den Arm klemmen will, gibt es Anwälte. 58 Prozent der Befragten schätzen sie.
Foto: dpa
Platz 12: Hier wird ein Chefsessel hergestellt - wer hier mal drauf sitzt, kann sich als Unternehmer der Anerkennung von 58 Prozent der Befragten sicher sein.
Foto: dpa
Platz 11: Ein dichtes Haus ist eine sinnvolle Sache. Kein Wunder, dass man Dachdecker gerne sieht. Ergebnis: 62 Prozent.
Foto: dpa
Platz 10: Willkommen in der Top-Ten. Techniker haben bei 64 Prozent der Befragten hohes Ansehen.
Foto: dpa
Platz 7: Hier nun kommen wie versprochen die Lehrerinnen und Lehrer. Bei 67 Prozent der Deutschen sind sie hoch angesehen - wer hätte das gedacht. Die jüngsten Befragten sind übrigens 14 Jahre alt.
Foto: dpa
Platz 7: Müllmänner kommen ebenfalls auf 67 Prozent. - Bei dieser Gelegenheit eine kleine Zwischenbilanz: Herkömmliche Lehrer sind zwar deutlich beliebter als höhere Studienräte - aber zugleich genauso angesehen wie Müllmänner. Was zeigt: Die Arbeit mit den Tonnen ist anerkannt wichtig.
Foto: dpa
Platz 7: Jim Knopf und Lukas - Lokomotivführer sind nicht nur bei den Kleinen beliebt. Auch sie kommen auf 67 Prozent. Im Jahr 2008 waren es noch zwei Prozentpunkte weniger - möglicherweise wirkten hier die Streiks nach.
Foto: dpa
Platz 5: Sie verteilen eben nicht nur Strafzettel - in der Not helfen Sie auch: 78 der Deutschen sagen, Polizisten haben ein hohes Ansehen.
Foto: dpa
Platz 5: Wie würde Sie entscheiden? Richter studieren Akten und hören Menschen zu. 78 Prozent blicken zu ihnen auf.
Foto: dpa
Platz 4: Endspurt. Als die Umfrage lief, war Schmiergeld im Gesundheitswesen noch kein Thema. So sagen 84 Prozent, Ärzte hätten hohes Ansehen. Die Tendenz: sinkend.
Foto: dpa
Platz 3: Jeder Handgriff muss sitzen. 86 Prozent der Deutschen haben Respekt vor Piloten.
Foto: dpa
Platz 2: Wer hätte es gedacht? Krankenpflegerinnen und ihre männlichen Kollegen sind angesehener als Ärzte: 88 Prozent.
Foto: dpa
Platz 1: Helden, die durch die Flammen gehen: An ihre Feuerwehrmänner lassen die Deutschen kaum etwas kommen. 93 von 100 Befragten bescheinigen ihnen hohes Ansehen. Glückwunsch!
Foto: dpa
Welcher Beruf ist was für mich?, fragen sich Jugendliche Jahr für Jahr. Und sie überlegen dabei oft unbewusst mit, wie angesehen ihr künftiger Job wohl ist. Der Beamtenbund wollte es genau wissen - und ließ 3000 Bürger befragen, wie hoch bei ihnen bestimmte Berufe im Kurs sehen. Nachfolgend das Ergebnis.
Foto:
Jochen Gunther
Fotostrecken Wirtschaft
Fotostrecken Wirtschaft
Fotostrecken Wirtschaft
Wirtschaft
Wirtschaft
Fotostrecken Wirtschaft
Die größten Arbeitgeber in Deutschland
Bildergalerie ( 31 Bilder )
Die größten Arbeitgeber in Deutschland
Platz 30: RWE. Der Energieriese aus Essen beschäftigt 65.900 Frauen und Männer.
Foto: dpa
Platz 29: Schaeffler Gruppe. 66.000 Mitarbeiter leiden. Denn der Autozulieferer ist seit der Übernahme von Continental in finanziellen Nöten.
Platz 28: Randstad Deutschland. Die Zeitarbeit boomt, der Branchenprimus wächst. 66.000 Menschen beschäftigt Randstad 2008. Zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Foto: dpa
Platz 27: TUI. Der Reisekonzern bringt nicht nur viele Menschen in den Urlaub. Er gibt auch vielen Arbeit: 70.300 Frauen und Männer sind es 2008.
Foto: dpa
Platz 26: Deutsche Bank. Chef Josef Ackermann ist nicht gerade beliebt. Doch wer sich mit ihm anlegt, sollte wissen: Hinter ihm stehen 80.500 Angestellte.
Foto: dpa
Platz 25: Arcandor. 86.200 Menschen arbeiteten im vergangenen Jahr für den Handels- und Reisekonzern Arcandor. Heute ist er insolvent, die Zukunft der Beschäftigten ungewiss.
Foto: dpa
Platz 24: Adolf Merckle-Gruppe. Pillendrehen macht offenbar viel Arbeit. 92.500 Angestellte hat die Merckle-Gruppe, zu der (noch) Ratiopharm gehört.
Foto: dpa
Platz 23: Eon. Der größte deutsche Energie-Konzern ist auch ein großer Arbeitgeber: 93.500 Menschen bieten Gas, Strom und Wärme.
Foto: dpa
Platz 22: BASF-Gruppe. 96.900 Beschäftigte hat der Chemie-Riese aus Ludwigshafen. Aber nicht alle müssen in grünen Schutzanzügen zu Arbeit kommen.
Foto: dpa
Platz 21: BMW Group. Der Autobauer gehört - relativ betrachtet - zu den größten Jobkillern des vergangenen Jahres. 100.000 Menschen arbeiten 2008 bei BMW, sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Foto: dpa
Platz 20: Bertelsmann. Die Medienbranche kriselt. Doch beim größten deutschen Medienunternehmen Bertelsmann arbeiten 2008 mehr Leute als im Vorjahr: 106.100.
Foto: ddp
Platz 19: Deutsche Lufthansa. 107.800 Frauen und Männer arbeiten bei der Lufthansa. Ein Drittel davon über den Wolken.
Foto: dpa
Platz 18: Bayer AG. Ein Chemie-Konzern, so groß, dass er sich eine Fußball-Mannschaft leisten kann. 108.600 Mitarbeiter hat das Unternehmen. Wie viele davon Bayer-Leverkusen-Fans sind, ist unbekannt.
Foto: ddp
Platz 17: Tengelmann. Der Lebensmittelkonzern ist der größte Verlierer. 2008 arbeiteten dort nur noch 116.500 Leute. Ein Minus von 23,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Foto: ddp
Platz 16: Fresenius SE. Das Bad Homburger Medizintechnik-Unternehmen hat im vergangenen Jahr kräftig eingestellt und erreichte einen Mitarbeiterstand von 122.200.
Foto: dpa
Platz 15: Continental. Der Reifenbauer setzt viele Menschen vor die Tür: minus 8,2 Prozent. Übrig bleiben dort 139.200.
Foto: dpa
Platz 14: Allianz Group. Der einzige Versicherungskonzern unter Deutschlands größten Arbeitgebern. 182.900 Menschen verdienen dort ihr Geld.
Foto: dpa
Platz 13: Thyssen-Krupp. Von wegen Dienstleistungsgesellschaft: Unter den größten Arbeitgebern sind viele Industrieunternehmen. Wie Thyssen-Krupp mit 199.400 Mitarbeitern.
Foto: rtr
Platz 12: Aldi-Gruppe. 200.000 Angestellte versorgen uns mit billigen Lebensmitteln. Nur die leeren Pappkartons räumen sie zu selten weg.
Foto: dpa
Platz 11: Deutsche Telekom. Auch von 2007 auf 2008 streicht der ehemalige Staatskonzern wieder Stellen. Übrig bleiben 227.700.
Foto: ddp
Platz 10: Deutsche Bahn. Wer sich über die Bahn beschweren will, hat viele Ansprechpartner: 261.500 Menschen verdienen dort ihr Geld.
Foto: dpa
Platz 9: Edeka Gruppe. Gegessen wird immer, lautet eine alte Regel im Handel. Edeka beschäftigt 262.200 Leute.
Foto: ddp
Platz 8: Daimler. 273.200 Menschen bauen bei Daimler Autos und LKW. Seit der Trennung von Chrysler wieder mit Gewinn.
Foto: dpa
Platz 7: Schwarz-Gruppe. Immer wieder gerät Lidl wegen Dumping-Löhnen oder Mitarbeiter-Bespitzelung in die Schlagzeilen. Dennoch zählt der Konzern 7,7 Prozent mehr Angestellte - insgesamt sind es 280.000.
Foto: dpa
Platz 6: Robert Bosch. Ein Sonderfall unter den Großunternehmen: Es ist keine Aktiengesellschaft, sondern mehrheitlich im Besitz der gemeinnützigen Robert-Bosch-Stiftung. Beschäftigte: 281.700.
Foto: ddp
Platz 5: Metro. Der Düsseldorfer Konzern ist mit 290.900 Mitarbeitern eines der großen Handelsunternehmen Europas.
Foto: ddp
Platz 4: Rewe Group. Der Lebensmittelhändler schafft viele Stellen und kommt jetzt auf 319.300 Mitarbeiter. Das sind 9.6 Prozent mehr.
Foto: dpa
Platz 3: Volkswagen. VW baut seine Belegschaft im Jahr 2008 um zwölf Prozent auf 369.900 aus. Die Porsche-Übernahme bringt dem Konzern ein weiteres Plus in der Statistik.
Foto: dpa
Platz 2: Siemens. Deutschlands industrieller Primus bleibt Siemens. Die Münchner beschäftigen 427.000 Menschen - 7,3 Prozent mehr als 2007.
Foto: ddp
Platz 1: Deutsche Post AG. Die Post ist Deutschlands größter Arbeitgeber. 512.500 Menschen sind Postler. Fast so viele, wie in Hannover wohnen.
Foto: dpa
Rewe, Siemens, Post: Viele Konzerne könnten mit ihren Beschäftigten eine Großstadt gründen. Sehen Sie, bei welchen 30 deutschen Unternehmen die meisten Menschen arbeiten. (Stand: 2008; Vergleich bezogen auf das Vorjahr, mit Beschäftigten im Ausland.)
Foto:
dpa
Fotostrecken Wirtschaft
Fotostrecken Wirtschaft
Fotostrecken Wirtschaft
Wirtschaft
Wirtschaft
Fotostrecken Wirtschaft
Das waren 50.338 oder 8,2 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr davor. Im Westen sank die Zahl um 35.598 oder 7,1 Prozent auf 467.006, im Osten um 14.740 oder 13 Prozent auf 98.998.
Als Ursache für den "starken Rückgang" (BIBB) der Ausbildungsvertragszahl nennt das Bundesinstitut "im Wesentlichen die Finanz- und Wirtschaftskrise", aber auch den "starken demografischen Einbruch". So habe die ökonomische Krise dazu beigetragen, dass bundesweit 52.590 Ausbildungsplätze weniger als im Jahr davor angeboten worden seien.
Gleichzeitig sei die Zahl der Schulabgänger aus allgemeinbildenden Schulen, teilqualifizierenden beruflichen Schulen und bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Altbewerber - das sind Ausbildungsstellenbewerber aus früheren Schulentlassungsjahrgängen - "deutlich" gesunken. Und zwar um 5,1 Prozent oder 32.625 auf 601.984. Besonders stark war davon erneut der Osten Deutschlands betroffen.
Die Zahl der nichtstudienberechtigten Abgänger und Absolventen aus allgemeinbildenden Schulen - die Hauptklientel der dualen Berufsausbildung - verminderte sich im Osten laut BIBB um 13,1 Prozent oder 12.034 auf nur noch 79.802. Wie dramatisch die Entwicklung ist, offenbart ein Zahlenvergleich: Acht Jahre zuvor waren es noch 175.163 gewesen.
Die Folge: Viele Unternehmen haben bereits große Schwierigkeiten, Bewerber für ihre Ausbildungsplätze zu finden.
Die IG Metall reagiert mit großer Sorge auf diese Entwicklung. Das BIBB habe die Zahl der neuen Ausbildungsverträge bereits im April sehr genau prognostiziert. Damals "hätten noch Maßnahmen ergriffen oder neue Instrumente geschaffen werden können", heißt es in der Gewerkschaftsanalyse.
"Stattdessen haben Bundesregierung, Arbeitgeberfunktionäre und die Bundesanstalt für Arbeit den Ausbildungspakt hoch leben lassen, sich gegenseitig auf die Schultern geklopft und auf die heilende Wirkung der Placebos blind vertraut."
Angesichts rapide sinkender Bewerberzahlen müsste die Wirtschaft "eigentlich komplett umdenken und sich jetzt Nachwuchskräfte sichern", meint die IG Metall. Das aber habe sie 2009 versäumt. Hinweise von Betriebsräten, auf einen rasch wachsenden Nachwuchsmangel in den nächsten Jahren "wurden nicht beachtet".