„Das ist eine ernste Angelegenheit, und wir schließen weitere Ausfälle aus dem Iran nicht aus“, sagte der Chef des Verbands der Reisexporteure, Vijay Setia. Seine Organisation habe die indische Regierung um Hilfe gebeten. Die Zahlungsausfälle für die Reislieferungen könnten ein weiterer Beleg dafür sein, dass die westlichen Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm wirken.
Indien ist der wichtigste Reislieferant der Islamischen Republik. Der Iran bezieht rund 70 Prozent seines jährlichen Bedarfs von bis zu 1,2 Millionen Tonnen Reis aus dem südasiatischen Schwellenland. Die meisten Exportfirmen räumen ihren Kunden ein Zahlungsziel von 90 Tagen ein. Indische Firmen sollten ihren iranischen Kunden keinen Kredit mehr gewähren, empfahl Verbandspräsident Setia. Sie würden damit dem Vorbild von Exporteuren aus Thailand, Vietnam und Pakistan folgen.
Schwache Währung und starke Sanktionen
Der Reishandel mit dem Iran wird durch zwei Probleme belastet: Zum einen macht die Schwäche der Landeswährung Rial Termingeschäfte teurer. Zum anderen erschweren die Sanktionen die Nutzung inoffizieller Handelswege über Mittelsmänner am Golf. Dabei bezahlen iranische Käufer ihre Verbindungsleute in Rial, die wiederum den Indern den Reis gegen Dollar abkaufen. Indischen Händlern zufolge sorgte der Kursverfall des Rial für zusätzliche Probleme, weil dadurch die Kosten für die Importeure und die Vermittler stiegen.
Hinzu kam am 26. Januar eine achtprozentige Abwertung der iranischen Währung. Seit dem vorigen Monat haben etwa 20 iranische Importfirmen ihre Reisrechnungen nicht bezahlt.
„Das droht den Handel mit ihnen zu gefährden und schadet beiden Ländern“, sagte Anil K. Mittal, der Chef der großen Exportfirma KRBL Ltd. Durch die Sanktionen werde der Zahlungsverkehr nicht über iranische Banken, sondern direkt abgewickelt. Das und die eingeräumten Kreditlinien machten indische Händler für Zahlungsausfälle anfällig.
Auf der Gegenseite ist Indien der zweitgrößte Käufer iranischen Öls. Wegen der Finanzsanktionen gegen die Regierung in Teheran hat das Land Probleme, seine Ölrechnung von elf Milliarden Dollar zu begleichen. (rtr)
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