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Auto-Show NAIAS: Automesse in Detroit beginnt mit Protest

Als die "Motorcity" will sich zur Auto-Messe Detroit präsentieren. Doch es kommen nicht nur die Fans von dicken Trucks und kleinen Flitzern. Demonstranten kritisieren, dass nur die Manager an der Spitze von den Gewinnen profitieren würden.

Detroit braucht Jobs, reklamiert dieser Arbeiter bei Chrysler.
"Detroit braucht Jobs", reklamiert dieser Arbeiter bei Chrysler.
Foto: REUTERS
Detroit –  

Vor Beginn der Auto Show in Detroit haben am Sonntag (Ortszeit) einige Dutzend Arbeiter gegen die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm in den USA protestiert. Die Manager der Autokonzerne brüsteten sich damit, dass die Unternehmen wieder profitabel arbeiteten - von der gesteigerten Produktivität würden aber nicht die Arbeiter profitieren, sondern nur die Manager an der Spitze, das eine obere Prozent, sagte eine der Demonstrantinnen, Wendy Thompson, eine ehemalige Vertreterin der Gewerkschaft UAW. Thompson wies darauf hin, dass in der Finanz- und Wirtschaftskrise 150.000 Stellen in der Autoindustrie gestrichen wurden. Viele seitdem neu geschaffene Jobs in der Branche seien sehr schlecht bezahlt, sagte sie.

Dabei startet die Autobranche mit viel Rückenwind ins neue Jahr. Vor der traditionsreichen Branchenmesse in der «Motor City» ist nach einem starken Jahr 2011 von Schuldenkrise und Rezessionsgefahr derzeit wenig zu spüren.

Die «North American International Auto Show» (NAIAS) eröffnet an diesem Montag ihre Pforten, zuerst nur für die Presse und Händler, vom 14. bis 22. Januar dann auch für die Allgemeinheit. Im vergangenen Jahr kamen rund 735.000 Menschen.

Autobauer melden Spitzenverkäufe

Die Auto Show in Detroit ist ein Heimspiel für die drei großen US-Hersteller, die nach dem Überstehen ihrer Insolvenzen - General Motors und Chrysler - beziehungsweise ihrer Sanierung aus eigener Kraft - Ford - mit unübersehbarem Selbstbewusstsein auftreten. Doch auch die deutschen Hersteller VW, BMW und Mercedes sind in Feierlaune. Sie haben 2011 Spitzenverkäufe in den USA erzielt und wollen 2012 ihren Marktanteil weiter ausbauen.

Rekordjahr für Autobauer
BMW

Der Autohersteller BMW hat im vergangenen Jahr mehr Fahrzeuge abgesetzt als jemals zuvor. Die Zahl der weltweit verkauften Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce stieg um 14,2 Prozent auf rund 1,67 Millionen, wie der Konzern am Montag in München mitteilte. Im Vorjahr waren es noch rund 1,46 Millionen Fahrzeuge gewesen. 2011 habe das Unternehmen seine Position als weltweit führender Premiumhersteller weiter ausgebaut, hieß es.

BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte auf der North American International Auto Show in Detroit, das Absatzziel von mehr als 1,6 Millionen verkauften Fahrzeugen sei damit deutlich übertroffen worden. (dapd)

Detroit Auto-Messe

Die Autoshow in Detroit ist die wichtigste Messe der Branche in den USA. Nach Veranstalterangaben zeigen die Hersteller dieses Jahr nahezu 40 neue Modelle. Der korrekte Name der Messe lautet North American International Auto Show (Naias). Sie findet seit 1907 statt, gewann aber erst in den späten 80er Jahren internationale Bedeutung.

Weil die Messe Anfang Januar abgehalten wird, ziehen zahlreiche Konzerne dort traditionell eine erste Bilanz für das vergangene Jahr und geben einen Ausblick auf die kommenden zwölf Monate. Gleichzeitig werden prachtvoll inszenierte Autopremieren gezeigt, allerdings vor allem Modelle für den USA-Markt. Viele der in Detroit enthüllten Wagen kommen nie in Europa auf den Markt.

Veranstaltungsort ist das Messezentrum Cobo Center direkt am Grenzfluss zu Kanada. Weil in Detroit im Januar fast immer Frost herrscht, gibt es anders als etwa auf der Automesse in Frankfurt am Main kein Außengelände.

Die Stadt am Detroit River ist die Heimat der drei großen US-Autokonzerne General Motors, Ford und Chrysler, die entweder mittendrin oder im Umland ihre Zentralen unterhalten. Amerikaner nennen Detroit auch The Motor City. Inzwischen sind aber große Teile der US-Autoproduktion in die Südstaaten oder nach Mexiko abgewandert, wo die Löhne niedriger sind. Detroit wird geplagt von Kriminalität, Arbeitslosigkeit und dem Verfall der Innenstadt.

Die deutschen Hersteller zeigen in Detroit dieses Jahr beispielsweise den neuen Mercedes-Sportwagen SL, die neue Generation des BMW 3er und das Porsche-911-Cabrio. Zum Auftakt der Messe gibt es am Montag einen Pressetag, für die Öffentlichkeit ist die Messe vom 14. bis 22. Januar zugänglich. (dapd)

Die Autokonzerne haben sich ihren Messeauftritt einiges kosten lassen. Selbst der schwächste der „Detroit Three“, Chrysler, ist mit einem aufwendigen Stand vertreten. Die Handschrift des neuen Mehrheitseigners Fiat ist dabei unübersehbar: Bistro-Tische und Plexiglas-Barhocker bringen italienisches Flair in den kühlen Norden der Vereinigten Staaten. Auch Kleinwagen vom Typ Fiat 500 sind zu sehen, gleichberechtigt mit riesigen Pick-up-Trucks der US-Marke Ram.

Die größten Messeauftritte haben General Motors und Ford. Das übergroße Logo der GM-Massenmarke Chevrolet ist dabei schon vom anderen Ende der Halle zu sehen, in der sich die gesamte Auto Show abspielt.

Mehr als 40 Weltpremieren sind in Detroit angekündigt. Eine der spannendsten ist ein "kleiner" Cadillac. Die Mittelklasse-Limousine ATS soll die etwas angestaubte US-Kultmarke aufpeppen und zielt vor allem auf jene jungen Fahrer, die heute eher in einen 3er BMW einsteigen. Cadillac hinkt mit seinen Verkäufen im Heimatmarkt den Bayern oder auch Mercedes deutlich hinterher. Überdies rollt Audi mit zuletzt deutlichen Zuwächsen das Feld von hinten auf.

Während die im US-Markt starken japanischen und südkoreanischen Hersteller eher schlichte Stände aufgebaut haben, lassen es die deutschen Konzerne krachen. Sie haben im vergangenen Jahr bei den Verkäufen in Nordamerika kräftig zugelegt und wollen den guten Lauf fortsetzen. Mini sticht dabei mit der Präsentation seines neuen Roadster heraus. Der kleine Flitzer hängt an der Wand des Stands.

In USA weiter Spritschlucker beliebt

Nissan wird einen Ausblick auf die Neuauflage seines Geländewagen-Klassiker Pathfinder geben, Porsche die jüngste Cabrio-Variante seiner Sportwagen-Ikone 911 ins Scheinwerferlicht rollen. Der von Fiat kontrollierte Chrysler-Konzern wird den kompakten Dodge Dart vorstellen, in dem viel italienisches Know-how steckt. Bislang ist Chrysler bei Klein- und Kompaktwagen eher schwach aufgestellt; mehr als zwei Drittel der Verkäufe entfällt auf SUV oder Pick-up-Trucks.

Die Spritschlucker dürften auch auf den Ständen der Rivalen GM oder Ford die Hingucker sein, wenngleich das Angebot an kleineren Fahrzeugen oder auch alternativen Konzepten wie Elektroautos zunimmt. Die USA sind jedoch ein Land der fetten Kisten: Nach Angaben des Marktforschers Autodata haben alle Hersteller im vergangenen Jahr annähernd 5,9 Millionen der sogenannten Light Trucks verkauft - aber nur gut 5,7 Millionen Pkw. (dpa/afp)

Neuheiten der Detroit Motor Show 2012

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Datum:  9 | 1 | 2012
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