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Autobauer: Mehr Aufträge für Opel von GM

Eigentlich fordert General Motos von der Tochter Opel einen harten Sparkurs. Weil die Belegschaft Widerstand leistet, will der Mutterkonzern dem Autobauer jetzt mehr Produktionsaufträge zuschanzen. Doch die Opelaner verlangen die Erlaubnis, auch außerhalb Europas verkaufen zu dürfen.

        

Opel-Sitz  in Rüsselsheim: Wegen der  Absatzflaute wird erneut über Stellenabbau spekuliert.
Opel-Sitz in Rüsselsheim: Wegen der Absatzflaute wird erneut über Stellenabbau spekuliert.
Foto: REUTERS
Detroit –  

Der US-Autobauer General Motors könnte seiner verlustreichen Tochter Opel nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen mehr Produktionsaufträge zuschanzen - im Gegenzug für eine Zustimmung der Belegschaft zum harten Sparkurs. Wie mehrere Personen aus dem Umfeld der IG Metall der Nachrichtenagentur Reuters sagten, könnte eine mögliche Vereinbarung beinhalten, dass Teile der Chevrolet-Fertigung von Südkorea nach Europa zu Opel verschoben werden.

Ein GM-Sprecher wollte sich zu diesen Informationen nicht äußern. „Management, Betriebsrat und Aufsichtsrat der Adam Opel AG stimmen darin überein, dass Opel profitabel werden muss, auch in Zeiten scharfen wirtschaftlichen Gegenwinds“, sagte er lediglich. „Wir diskutieren gemeinsam über unsere Strategie und werden die Beschäftigten und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten.“ Opel leidet besonders unter der schwachen Nachfrage in den schuldengeplagten Staaten Südeuropas. Der französische Rivale PSA Peugeot Citroen, zweitgrößter Autobauer in Europa nach VW, baut aus ähnlichen Gründen massiv Stellen ab.

Da Opel weiter in den roten Zahlen steckt, musste der Mutterkonzern GM Ende vergangenen Jahres das Ziel begraben, im Europageschäft bereits 2011 die Gewinnzone zu erreichen. Daraufhin verlangten die Amerikaner weitere Einschnitte bei der deutschen Tochter und brachten erneut Werksschließungen ins Spiel. Die Arbeitnehmerseite forderte, GM müsse Opel erlauben, auch außerhalb Europas zu verkaufen. Vom Wachstum in Schwellenländern profitieren derzeit nur die anderen Konzernmarken.

Opel-Arbeitnehmer und -Vorstand verständigten sich im Dezember darauf, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um 2012 drohende Verluste abzuwenden. GM-Chef Dan Akerson äußerte die Idee, weitere Sparmaßnahmen bei Opel von einer Produktionsverlagerung zu flankieren, um die europäischen Werke effizienter zu machen.

Vor der Verständigung mit der Konzernspitze hatte sich die Arbeitnehmerseite darauf zurückgezogen, das die mit GM bei der zurückliegenden Sanierung ausgehandelten Verträge bis 2014 gelten und weitere Einschnitte ausschließen. Der Mutterkonzern hatte Opel vor Jahren eigentlich verkaufen wollen, sich aber in letzter Minute anders entschieden. Bei der Sanierung waren 8000 der einst 48.000 Jobs gestrichen worden. Zudem nahmen die Beschäftigten finanzielle Einbußen in Kauf. (rtr)

Datum:  12 | 1 | 2012
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