Der Rüsselsheimer Autobauer Opel will mehr Fahrzeuge in Übersee absetzen.
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Der Rüsselsheimer Autobauer will mehr Fahrzeuge in Osteuropa und Übersee absetzen. Doch Exportbeschränkungen von GM bremsen Opel gerade auf den wichtigen Automärkten USA und Brasilien.
Rüsselsheim –
Opel setzt stärker auf den Export. Im Blick hat der Autobauer vor allem die Märkte in Osteuropa. Aber auch in China und Australien, in Südamerika und im Nahen Osten wollen die Rüsselsheimer mittelfristig Fuß fassen. Nur so ließen sich drohende Absatzeinbußen in Deutschland und Südeuropa ausgleichen, sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke am Montagabend vor Journalisten.
Der Blitz
In Rüsselsheim wird Opel in diesem Jahr 180.700 Autos der Marken Insignia, Astra und Buick Regal vom Band laufen lassen. In der Stunde montieren rund 3500 Mitarbeiter etwa 60 Fahrzeuge. Rüsselsheim ist das einzige Werk von General Motors in Europa, das Fahrzeuge aus zwei Segmenten, der Kompakt- und der Mittelklasse, auf einer Fertigungslinie fährt. Weitere Werke hat Opel in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.
Bisher ist Opel in seiner Ausfuhrpolitik nicht frei. Denn die US-Mutter General Motors (GM) hält die deutsche Tochter mit Exportbeschränkungen in Übersee klein – zugunsten der amerikanischen Schwestermarke Chevrolet. Laut Betriebsratschef Klaus Franz ist Opel aktuell der Zugang zu drei Viertel des globalen Automarktes versperrt – durch „konzerninterne Handelsbarrieren“.
Das Verkaufsverbot gilt etwa für Nordamerika und Brasilien – Nummer eins und drei der Automärkte. Der Opel-Betriebsrat hat wiederholt die Aufhebung der Exportbeschränkungen von GM gefordert, um der deutschen Tochter weltweite Wachstumschancen zu eröffnen. Um erfolgreich zu sein, brauche Opel uneingeschränkten Marktzugang, argumentiert der Betriebsrat.
Schwarze Zahlen gefordert
Stracke, seit April Vorstandschef bei Opel, schlägt in dieselbe Kerbe. Es sei „klares Ziel“, über Export zu wachsen. Das Management in Rüsselsheim habe im ersten Schritt lukrative Märkte im Ausland definiert. Mit Blick auf die Vorgaben aus der Zentrale in Detroit sagte Stracke: „Die Kernfrage lautet nicht: Wo darfst du? Die Kernfrage lautet: Wo kannst du das profitabel machen?“
Die Opel-Story
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Dort sammelt er bei verschiedenen Herstellern Erfahrungen in der Nähmaschinenbranche.
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Mit diesem Wissen kommt Adam Opel 1862 nach Deutschland zurück und produziert im selben Jahr seine erste Nähmaschine. Bereits im Frühjahr 1863 zieht er mit seiner Werkstatt in einen ehemaligen Kuhstall in Rüsselsheim.
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1868 heiratet Adam Opel die Fabrikantentochter Sophie Marie Scheller. Als er 25 Jahre später stirbt, erbt seine Frau den Hauptteil des Unternehmens. Zusammen mit den Söhnen Carl und Wilhelm übernimmt sie die Geschäfte und die Verantwortung für über 1.000 Mitarbeiter.
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Eine Industriekrise zwingt die Familie zum Umdenken. Um Entlassungen zu verhindern und das Unternehmen gesund zu erhalten, entscheidet sich die Unternehmerfamilie Opel für die Produktion von Automobilen.1899 tun sich die Opel Brüder mit dem Dessauer Hofschlosser Friedrich Lutzmann zusammen. Ihr erstes gemeinsames Automobil entsteht so noch im selben Jahr in Rüsselsheim. Es trägt den Namen "Opel Patent-Motorwagen System Lutzmann". Der Wagen kommt auf 3,5 PS und fährt gerade mal 20 Kilometer pro Stunde. Im Herbst 1902 kommt die erste Opel Eigenkonstruktion auf den Markt. Das Modell verfügt über einen neu entwickelten Zweizylindermotor.
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1901 verlässt dann das erste Motorrad die Opel-Werkstätten. Das "2 PS Motorzweirad" ist für 700 Mark zu haben.
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Inspiriert von einer USA-Reise führt Wilhelm Opel 1910 das Baukastensystem ein. Nun können vorgefertigte Karosserien mit unterschiedlichen Motoren und Fahrgestellen kombiniert werden.
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Opel produzierte auch Fahrräder - hier ein "Geschäftsrad" aus dem Jahr 1934.
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Während des Ersten Weltkriegs werden statt Personenwagen vermehrt Lastkraftwagen benötigt - und in Rüsselsheim in großen Stückzahlen produziert.
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Nach dem Krieg setzt Opel auf Fahr- und Motorräder. Mitte der 1920er Jahre scheint die Wirtschaftskrise überwunden zu sein. Das Unternehmen setzt jetzt auf die damals revolutionäre Fließbandproduktion .
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Als Massenprodukt rollt der günstige, heute legendäre "Laubfrosch" vom Band.
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1939 ist Opel der größte und fortschrittlichste Automobilhersteller für Pkw und Lkw in Europa mit rund 25.000 Mitarbeitern.
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1940 wird der einmillionste Opel zusammengebaut. Es ist der Opel Kapitän.
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1944 wird das Werk in Rüsselsheim zu 50 Prozent, die Opel-Fabrik in Brandenburg fast völlig zerstört. Ein Jahr später beginnt der Wiederaufbau.
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ach der Währungsreform springt die Konjunktur an. General Motors übernimmt wieder die Konzernverantwortung und die Opel Modelle erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das deutsche Wirtschaftswunder steht unmittelbar bevor.
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In den 1950er Jahren entwickelt sich der Opel Olympia Rekord zum Flaggschiff. 1953 avanciert das neue Modell zum Star der IAA. An dem Wagen wird besonders das charakteristische Haifischmaul und der geräumige Kofferraum geschätzt.
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Perfekt geeignet für eine Reise nach Italien oder Spanien.
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Heute sind die Modelle "Rekord" und "Kapitän" nur noch im Museum oder auf Oldtimertreffen zu sehen.
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Seit Mitte der 1970er setzt Opel mit dem "Manta" auf ein sportliches Image. Die Coupé-Variante wird zum Publikumsliebling. Insgesamt werden vom Manta A 500.000 Stück gefertigt.
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1979 markiert der Kadett einen Wendepunkt in der Entwicklung von Opel. Es ist der erste Opel mit Frontantrieb, der für kleine und mittlere Fahrzeuge mehr Platz und verbesserte Fahreigenschaften bringt.
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1982 wird das neue Werk im spanischen Zaragoza eröffnet. Dort rollt der Kleinwagen Opel Corsa vom Band.
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1998 wird die neue Unternehmenszentrale in Rüsselsheim eingeweiht.
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Der 50 millionste Opel läuft 1999 vom Band.
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Nach Absatzeinbrüchen und massiven Verlusten im Zuge der Wirtschaftskrise ruft Opel im November 2008 als erster Autohersteller in Deutschland den Staat zu Hilfe.
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Der Opel-Betriebsrat fordert mehr Eigenständigkeit vom Mutterkonzern GM. "Die Adam Opel GmbH muss in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Wir wollen kein Anhängsel sein, das von Detroit aus durchregiert wird", sagt der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz.
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Im Mai 2009 kündigt GM an, sein Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Opel rechtlich abzuspalten.
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In Juni 2009 reicht GM in New York einen Antrag auf Insolvenz mit Gläubigerschutz ein. Mehrheitlich in Staatsbesitz, soll GM wesentlich verkleinert überleben. Es müsse alles daran gesetzt werden, einen Investor für Opel zu finden, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Belegschaft. Der Staat solle dazu "Brücken bauen". Bund, Länder, GM, das US-Finanzministerium und der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna einigen sich auf ein Rettungskonzept. Im August wollen Bund und Länder Kreditzusagen und Bürgschaften über 4,5 Milliarden Euro ohne Beteiligung der anderen europäischen Opel-Länder vorstrecken, wenn GM sich für Magna entscheidet.
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Trüber Himmel über dem Opel-Werk in Bochum.
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Blick in die Akten: Der damalige Wirtschaftsminister Theodor zu Guttenberg (CSU) reist nach New York und Washington, um mit der US-Regierung sowie der Spitze des Autobauers General Motors Lösungen für die Krise bei Opel auszuloten.
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New York, hier bin ich: Der damals frisch ernannte Bundeswirtschaftsminister posiert inmitten der Glitzerlichter des Times Square.
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Das ist nur das Gästebuch: GM-Chef Rick Wagoner (links) trägt sich, beobachtet vom deutschen Wirtschaftsminister, in der deutschen Botschaft in Washington ein.
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Aus Sorge um ein späteres Veto der EU-Kommission legt der designierte Käufer Magna im Oktober 2009 mit seinem russischen Partner Sberbank und GM die Unterzeichnung des Übernahmevertrags auf Eis. Kurz darauf äußert EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes schwere Bedenken gegen die versprochenen 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen.
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Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz fordert die mit Trillerpfeifen und Trommeln protestierenden Beschäftigten auf, nicht den Mut zu verlieren.
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Am 3. November beschließt der GM-Verwaltungsrat überraschend, Opel doch zu behalten. GM will das Europa-Geschäft selbst sanieren - Entsetzen bei den Opelanern. So einfach wollen sie es den US-Amerikanern nicht machen. Denn: "Wir sind Opel." Wenige Tage später wird als harter Sanierer bekannte Nick Reilly zum Chef des Europageschäfts von GM ernannt. GM zahlt die letzte Rate von 400 Millionen Euro der deutschen Überbrückungshilfe zurück. Opel liegt damit ganz bei GM.
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Rund 10.000 Opel-Mitarbeiter protestieren vor dem Werk in Rüsselsheim gegen den Verbleib des Unternehmens beim Mutterkonzern General Motors (GM).
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Auch an anderen deutschen Standorten gehen die Opelbeschäftigten auf die Straße.
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Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kritisiert bei der Kundgebung die Entscheidung von GM scharf, nach monatelanger Ungewissheit Opel nicht mehr an Magna zu verkaufen.
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Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz (l.) und der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) können nicht mehr tun, als Hoffnung zu verbreiten und den eigenen Zorn auf GM zu schlucken. .
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Die Messe ist zwar noch nicht gelesen, aber manch einer sieht Opel nach dem GM-Entscheid offenbar bereits beerdigt.
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GM erwirtschaftet auch im ersten Quartal nach der Insolvenz einen Milliardenverlust, sieht aber dennoch eine Trendwende. Bund und Länder streiten über Staatshilfe für die deutsche GM-Konzerntochter Opel.
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Immer mehr Details des GM-Sanierungsplans für Opel werden bekannt: In Europa sollen knapp 9000 Stellen wegfallen.
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Am 24. November 2009 gibt es eine gute Nachricht für die Opelaner: Die Werke in Bochum und Kaiserlautern dürfen bleiben. Die Kurzarbeit soll dafür verlängert werden.
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Opel-Chef Demant tritt am 15. Januar 2010 zurück. Damit macht er den Weg frei für Nick Reilly, der neben seinem Posten als GM-Europe-Chef nun auch die Opel-Führung übernimmt.
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Am 22. Januar kündigen die Gewerkschaften Widerstand gegen die angekündigte Schließung des Werks Antwerpen an. Opelaner in ganz Europa sind zu einer Protestaktion aufgerufen.
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Opel stellt Anfang Februar 2010 sein Sanierungskonzept vor: 1,5 Milliarden Euro erhofft sich der Autobauer an Staatshilfen. Drei Wochen später muss GM beim Opel-Konzept nachbessern - zumindest, wenn der US-Konzern deutsche Staatshilfen haben will. Das beschließt der Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern. Im März ändert General Motors das Sanierungskonzept für seine Tochterfirma Opel und stockt den Eigenanteil der Kosten von 600 Millionen auf 1,9 Milliarden Euro auf. Zusätzlich sollen statt der ursprünglich geforderten 2,7 noch 1,8 Milliarden Euro an Staatshilfen fließen.
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Obwohl es im Frühjahr 2010 wieder aufwärts ging, fährt Opel weiter Verluste ein.
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Der Stellenabbau bei Opel geht weiter, im Werk Bochum sollen bis Ende 2011 1200 Stellen wegfallen.
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Im April 2011 soll der von GM entsandte Manager Nick Reilly die Opel-Führung abgeben.
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Am 11. April wählt der Aufsichtsrat den bisherigen Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke zum neuen CEO des Autobauers aus Rüsselsheim.
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Adam Opel geht als Zwanzigjähriger nach einer Lehre in der väterlichen Schlosserei auf Wanderfahrt. Diese führt ihn 1858 nach Paris.
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Opel steht unter Druck. GM will endlich schwarze Zahlen sehen. Im dritten Quartal war das Europageschäft von GM mit den Marken Opel und Vauxhall wieder in die Verlustzone gerutscht: Operativ hatte das Europageschäft etwa 216 Millionen Euro verloren. Zudem sind die Aussichten für die gesamte Branche nicht rosig. Wegen der Schulden-Krise in Europa halten sich die Verbraucher diesseits des Atlantiks zurzeit beim Autokauf zurück.
Vor allem in krisengeschüttelten Ländern wie Italien und Griechenland, Spanien und Portugal kühle der Markt ab, sagte Stracke. In Deutschland sei bestenfalls Stagnation zu erwarten. Das treffe aber nicht nur Opel. Der Preisdruck sei enorm, und er werde weiter zunehmen. Um die Margen zu erhöhen, müsse Opel die Kosten drücken, sagte Stracke. So müssten etwa Prozesse in der Konstruktion verbessert und Materialkosten optimiert werden. „Wir haben zu viele Komponenten und zu viele Systeme im Einsatz“, sagte Stracke.
Opel müsse aber auch sein Image aufpolieren, sagte der Vorstandschef. Vor allem in Deutschland habe die Marke mit dem Blitz in den vergangenen zwei Jahren gelitten. Die Berichterstattung über die Krise habe Opel hierzulande geschadet. „Da will ich raus, da müssen wir raus“, sagte Stracke.
Rückkehr in den Motorsport denkbar
Ein Ansatzpunkt: die Rückkehr in den Motorsport. Denkbar sei etwa die Teilnahme bei kleineren Rallyes oder bei 24-Stunden-Rennen. Die Beteiligung an der Rennserie Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) habe man zurückgestellt, sagte er: „Das muss man sich leisten können“. Ein solches Engagement koste die Hersteller bis zu 40 Millionen Euro im Jahr. Im Rennen um die DTM sind zurzeit Mercedes und Audi. Stracke ist sich sicher: „Motorsport passt zur Marke Opel“. Das Unternehmen müsse aber erst „seine Hausaufgaben machen“ und Gewinne in der Bilanz einfahren.
Doch wie viel Zeit gewährt GM der deutschen Tochter? Stracke versichert: Die Mutter aus den USA stehe nachhaltig hinter Opel. Vor zwei Wochen erst hat GM drei hochrangige Manager in den Aufsichtsrat der Rüsselsheimer entsandt. Stracke wertet das als Bekenntnis von GM zu Opel. In den USA habe man die Bedeutung der deutschen Tochter für den gesamten Konzern erkannt, meint er.
In der Belegschaft bleibt man hellhörig. Vor allem nach den überraschenden Äußerungen aus Detroit, wonach bei der Restrukturierung des europäischen Geschäfts auch Werksschließungen in Betracht kämen. „Wir haben einen Vertrag bis 2014“, sagt Stracke. Und der garantiert Standorte und Beschäftigung.