Berlin. Angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie schließt Vorstandschef Dieter Zetsche auch bei Daimler Kurzarbeit nicht aus. Man müsse die Produktion der gesunkenen Nachfrage ständig anpassen, sagte er der "Bild"-Zeitung.
"Es macht keinen Sinn, Autos auf Halde zu bauen." Durch Arbeitszeitkonten sei man bei Daimler zwar flexibel. "Je nachdem wie es weitergeht, könnten Arbeitszeitverkürzungen ein weiterer Schritt sein." Zurückhaltend äußerte er sich zu Forderungen nach staatlichen Finanzhilfen für die Autoindustrie. Daimler wolle die Krise alleine meistern.
"Aber auch das gesündeste Unternehmen muss sich am Finanzmarkt mit Kapital versorgen. Wenn dies längerfristig nicht möglich ist, wäre es auch für die Automobilindustrie notwendig, den Staat um Unterstützung bei der Finanzierung zu fragen", sagte Zetsche.
Autoabsatz schrumpft in fast allen Ländern Westeuropas
Der Autoabsatz ist im Oktober in fast allen Ländern Westeuropas geschrumpft. Nach Angaben des Herstellerverbandes ACEA legten die Pkw-Neuzulassungen nur in Österreich zu. Europaweit sackten die Verkaufszahlen um 14,5 Prozent ab auf 1,134 Millionen Fahrzeuge, wie der Verband mitteilte.
Auch im lange boomenden osteuropäischen Markt ging der Absatz um drei Prozent zurück. Im bisherigen Verlauf des Jahres hinken die Verkaufszahlen europaweit um 5,4 Prozent hinter dem Vorjahresniveau her.
Von den deutschen Herstellern hielt sich im Oktober die Volkswagen-Gruppe mit einem Minus von 6,9 Prozent noch relativ gut, BMW verbuchte ein Minus von 10,3 Prozent, bei Daimler sackten die Verkaufszahlen sogar um 17,2 Prozent ab. Die GM-Marken Opel und Vauxhall setzten mehr als ein Viertel weniger ab als ein Jahr zuvor. (dpa/rtr)
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