Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, hat die Zeitarbeit gegen Kritik verteidigt. Dass sich bei der Zahl der Leiharbeiter 2011 ein neuer Höchststand abzeichne, finde er grundsätzlich gut, sagte er dem Magazin «Wirtschaftswoche».
Der Anteil der Zeitarbeit an den Arbeitsstunden in Deutschland liege nur bei etwa 2,5 Prozent. «Damit liegen wir im EU-Vergleich im hinteren Bereich», sagte Weise. Problematisch werde die Sache, wenn Zeitarbeit nicht dem Ausgleich von Kapazitätsspitzen diene, sondern normale Arbeitsverhältnisse ersetze. «Von diesem Zustand sind wir aber noch weit entfernt.»
Weise wies damit Vorwürfe von SPD und Gewerkschaften zurück. Diese beklagen zunehmenden Missbrauch mit der boomenden Leiharbeit und dringen bei der Bezahlung auf Gleichstellung mit den Stammbeschäftigten.
Sieben bis zehn Prozent bekommen Festanstellung
Zudem sei der so genannte Klebeffekt höher als angenommen. Bisher gehen Untersuchungen davon aus, dass sieben bis zehn Prozent der Leiharbeitnehmer in den Betrieben, in die sie entsandt werden, eine Festanstellung bekommen. Der BA-Chef geht von deutlich mehr aus.
Kurz vor Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktdaten warnte er vor zu optimistischen Prognosen. «Wenn ich lese, was derzeit so alles über den Arbeitsmarkt geschrieben wird, muss ich auf die Euphoriebremse treten.» Langfristig hält Weise weniger als zwei Millionen Erwerbslose für unrealistisch. Dazu trage nicht zuletzt der Strukturwandel mit Insolvenzen und Wanderungsbewegungen bei. (dpa)
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