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Bahn-Tarifstreit: Warnstreiks am Donnerstag

Wann und wo die Züge stehen, wollen die Gewerkschaften am Mittwoch bekanntgeben. Die Aktionen würden "spürbar und steigerungsfähig". Die Bahn habe kein akzeptables Angebot vorgelegt.

Eine Zugbegleiterin hält im Hauptbahnhof in München das Abfahrtssignal.
Eine Zugbegleiterin hält im Hauptbahnhof in München das Abfahrtssignal.
Foto: ap

Die beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA haben im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) erste Warnstreiks für Donnerstag angekündigt. Anlass seien die festgefahrenen Tarifverhandlungen, insbesondere bei den Arbeitszeit-Regelungen, teilten die Gewerkschaften nach entsprechenden Beschlüssen ihrer Vorstände mit.

Wann und wo die Warnstreiks stattfinden sollen, wollen die Gewerkschaften am Mittwoch bekanntgeben. Die Aktionen würden jedoch "spürbar und steigerungsfähig sein" und "einen Großteil des Beschäftigtenspektrums erfassen".

Mit den Aktionen wollen die Gewerkschaften in der Tarifrunde um bessere Arbeitszeiten und mehr Geld für rund 130.000 Beschäftigte den Druck auf den Konzern erhöhen.

Ein Bahnsprecher sagte, die Kunden würden dies nicht verstehen. Es gebe Verhandlungsfortschritte. Das Unternehmen spreche täglich in kleinen Arbeitsgruppen mit den Arbeitnehmervertretern, zudem seien für Mittwoch, Donnerstag und Freitag neue Verhandlungen geplant.

Für die Bahn-Angestellten stehe die Planbarkeit ihres Arbeitseinsatzes ganz oben auf der Agenda, erklärten Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. Es müsse in diesem Punkt künftig "mehr Verlässlichkeit geben". Dazu zählten mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr.

Außerdem fordern Transnet und GDBA zehn Prozent mehr Geld. Die DB hat Einkommenserhöhungen um je ein Prozent für dieses und das nächste Jahr sowie Einmalzahlungen abhängig vom geschäftlichen Erfolg angeboten.

Die Lokführergewerkschaft GDL, die separat mit der DB verhandelt, plant dagegen vorerst keine Arbeitsniederlegungen. Bis zur dritten Verhandlungsrunde am Freitag liefen Sondierungen zur Arbeitszeit, sagte ihr Vorsitzender Claus Weselsky.

Die Gespräche könnten notfalls auch bis Samstag verlängert werden. "Es soll versucht werden, die Verhandlungen zu einem vernünftigen Ende zu bringen." Erst danach würden Gremien einberufen, um das Verhandlungsergebnis zu bewerten. Die GDL fordert für rund 12.000 tarifgebundene Lokführer 6,5 Prozent mehr Geld und ebenfalls bessere Arbeitszeitregelungen.

Weselsky sagte, erst bei Einigkeit über den Umfang und die finanzielle Bewertung der Vereinbarungen zur Arbeitszeit könne über die Erhöhung der Entgelte gesprochen werden, um zu einem Gesamtpaket zu kommen.

Dabei müsse die Bahn von ihrer Vorstellung abrücken, dass der Inflationsausgleich für das vorige Jahr ein Prozent betrage. "Wir gehen von 2,6 Prozent aus." Die drei Gewerkschaften hatten sich vor der Tarifrunde nicht auf eine Kooperation einigen können. (rtr/dpa)

Datum:  26 | 1 | 2009
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