Die Bahngewerkschaft Transnet äußert sich zurückhaltend über Spekulationen, die Organisation könne mit der Eisenbahner-Gewerkschaft GDBA fusionieren. Transnet-Sprecher Michael Klein sagte zur FR, es werde allerdings auf jeden Fall eine deutlich engere Zusammenarbeit mit der GDBA angestrebt. Über das Wie würden die Spitzengremien der Gewerkschaften Ende des Monats beraten.
Schwierig dürfte eine wie auch immer geartete Zusammenfügung der beiden Gewerkschaften schon deshalb sein, weil Transnet (228.000 Mitglieder) zum DGB gehört, die GDBA (40.000) aber zum Deutschen Beamtenbund. Der DGB ließ bereits durchsickern, dass er eine Fusion unter dem Dach des Beamtenbundes nicht dulden werde. Die Bildung einer eigenständigen Deutschen Verkehrsgewerkschaft wiederum gilt schon wegen des knappen finanziellen Hintergrunds als wenig wahrscheinlich.
Eine stärkere Geschlossenheit ist aus Sicht von Transnet wegen des verschärften Wettbewerbs im Verkehrssektor nötig. Klein sagte, derzeit spürten die Gewerkschaften die Auswirkungen der Liberalisierung vor allem im Schienenpersonennahverkehr. Die engen Vorgaben der Besteller des Verkehrs liefen in der Regel auf deutliche Einsparungen bei den Personalkosten hinaus. Dieser Trend, dessen Folgen die Bahnmitarbeiter zu tragen hätten, setze sich im Güterverkehr fort und werde in wenigen Jahren auch im Fernverkehr ankommen. Dagegen müssten sich die Gewerkschaften wehren, weshalb eine enge Zusammenarbeit zwecks Erhöhung der Schlagkraft nötig sei. Sie müsse deutlich über die 2005 mit der GDBA geschlossene Tarifgemeinschaft hinausgehen.
Dieser Tarifgemeinschaft gehörte ursprünglich auch die Lokführer-Gewerkschaft GDL an. Sie war 2007 ausgeschieden.
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