Aktuell: Fußball-EM 2016 | Brexit | HIV und Aids | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

01. Mai 2013

Bangladesch Katastrophe: Primark zahlt für tote Näherinnen

 Von  und 
Am Dienstag  ging die Polizei mit Gummigeschossen, Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor. Einige fordern die Todesstrafe für die Verantwortlichen des Unglücks.  Foto: imago stock&people

Westliche Textilfirmen sorgen sich um ihr Image - und um ihr Geschäft. Einige kündigen schnelle Hilfe für die Opfer der Katastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch an. Dort schlägt die Trauer der Verzweifelten in Wut um.

Drucken per Mail

Westliche Textilfirmen sorgen sich um ihr Image - und um ihr Geschäft. Einige kündigen schnelle Hilfe für die Opfer der Katastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch an. Dort schlägt die Trauer der Verzweifelten in Wut um.

"Hängt ihn, hängt ihn", riefen die Demonstranten und Anwälte, als der Eigner der eingestürzten Textilfabrik am Montag in Bangladesch vor Gericht gebracht wurde. Die Wut über das Unglück, das mindestens 390  Menschenleben gefordert hat, ist riesig. Am Dienstag  ging die Polizei  in Savar mit Gummigeschossen, Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die die Todesstrafe für die Verantwortlichen forderten. Etwa 20 Menschen wurden verletzt.

Und erneut geraten westliche Bekleidungsunternehmen, die in der Fabrik ihre Ware zu billigsten Preisen haben fertigen lassen, in den Fokus. Zwei haben nun angekündigt, Opfern und Hinterbliebenen finanziell helfen zu wollen. Der irische  Händler Primark, der auch in Deutschland Bekleidung zu Spottpreisen verkauft,  erklärte, dass er Entschädigungen an Mitarbeiter seiner Zulieferer zahlen wolle, die Opfer des Unglücks wurden. Das schließe langfristige Hilfen für Kinder ein, die ihre Eltern verloren hätten, und finanzielle Hilfen für diejenigen, die verletzt wurden und für Hinterbliebene von Verstorbenen.

Die Modefirma Loblaw aus Kanada kündigte an, die Betroffenen und ihre Familien sollten „jetzt und in der Zukunft“ Hilfe erhalten, ohne einen konkreten Betrag zu nennen.

Kritik am TÜV

Gisela Burckhardt, Referentin der Kampagne für Saubere Kleidung bei Femnet, sagte dieser Zeitung,  die Zertifizierer TÜV Rheinland und TÜV Süd Bangladesch hätten versagt. Sie hätten in den Jahren 2011 und 2012 im Auftrag der deutschen Textilkette NKD vier Prüfungen in der Fabrik Phantom Apparels durchgeführt, die in dem eingestürzten Gebäude fertigte. Laut Aussage von NKD habe es in  keinem Bericht  Hinweise auf eine schlechte Bausubstanz oder Einsturzgefahr gegeben.

Um die Opfer der Katastrophe zu versorgen,  würden  mehr als   30 Millionen Euro benötigt, sagte Burckhardt weiter.  Sie forderte die Unternehmen auf, sich an internationale Standards zu halten, nach denen Entschädigungen festgelegt würden. Dies bedeute auch, dass diese gemeinsam mit Gewerkschaften verhandelt und gegen Inflation abgesichert würden. Zudem müsse das Geld schnell ausgezahlt werden. In früheren Fällen dauerte dies  bis zu fünf Jahren. Für die Zukunft forderte Burckhardt, einen Nothilfefonds einzurichten, in den die Unternehmen einzahlen sollen.

In Bangladesch trafen sich Vertreter von 45 Unternehmen – darunter H&M, JC Penney, Nike und Wal-Mart – mit dem Verband der Textilexporteure  Bangladeschs, um über Sicherheitsstandards zu sprechen. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO will eine Delegation in das Land entsenden. „Schrecken und Leidwesen müssen nun Taten folgen“, sagte ILO-Direktor Guy Rider.

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Gesundheitsversorgung

Umstrittene Fallpauschale

Von  |

Plädoyer für eine Reform der Klinik-Vergütung Mehr...

Lobbyismus

Gesteuerte Politik

Über die Macht der Autokonzerne Mehr...

FRAX

Die Frankfurter Rundschau und das Forschungsinstitut Wifor präsentieren den FR-Arbeitsmarktindex, kurz FRAX. Er erlaubt einen genaueren Blick auf unsere Arbeitswelt als es die Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen tun.

Videonachrichten Wirtschaft

Anzeige

Forum Entwicklung

Recht auf Arbeit – auch für Kinder?

Das Forum Entwicklung ist eine Debattenreihe von Frankfurter Rundschau, hr-iNFO und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).  

Weltweit arbeiten rund 150 Millionen Kinder – oft unter ausbeuterischen Bedingungen auf Plantagen, in der Teppichproduktion oder als Dienstmädchen. Darum geht es beim „Forum Entwicklung“ am Donnerstag, 23, April. Mehr...

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen