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05. Januar 2013

Banken: Finanzaufsicht will Boni und Gehälter prüfen

 Von Sebastian Wolff
Die Bafin will die Gehälter und Boni von Bankern prüfen.  Foto: dpa

Die deutsche Bankenaufsicht plant einem Medienbericht zufolge rigorose Kontrollen der Gehälter und Boni in deutschen Banken. Die Behörde soll derzeit in großem Umfang Sonderprüfungen der Fixgehälter und Leistungsprämien von Bankern vorbereiten.

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Es wurde höchste Zeit: Die Finanzaufsicht Bafin will den Bankern in Sachen Gehälter und Boni endlich genauer auf die Finger schauen. So müssen etwa zwei Dutzend Geldhäuser mit einer Sonderprüfung der Fixgehälter und Leistungsprämien für ihre Banker durch die Behörde rechnen. Laut Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung sollen vor allem die gut 20 Banken kontrolliert werden, die von der Aufsicht als bedeutsam geführt werden.

Es handelt sich um Institute mit einer Bilanzsumme von mehr als zehn Milliarden Euro und einem besonders umfangreichen, komplexen oder internationalen Geschäft. Entdecken die Prüfer Rechtsverstöße, dann müssen die Institute diese umgehend beheben. Ansonsten drohen im schlimmsten Fall Bußgelder. Zwar gelten für Banken seit 2010 strengere Vorschriften für die Zahlung von Boni. Damit sollen Fehlanreize vermieden werden. Die Ausrichtung der Prämien an kurzfristigen Zielen gilt nämlich als eine der Ursachen der Finanzkrise.

Doch ob die Banken die neuen Vorschriften auch einhalten, ist höchst zweifelhaft. Ein Beispiel für eine solche juristische Grauzone sind die Manager-Gehälter der Commerzbank: Weil die Bank infolge der Finanzkrise vom Staat gerettet werden musste, durften Bankchef Martin Blessing und seine Vorstandskollegen „nur“ noch jeweils 500.000 Euro pro Jahr verdienen.

Inzwischen hat die Bank einen Großteil der stillen Einlage des Bundes von gut 16 Milliarden Euro zurückgezahlt. Dadurch sah sich Blessing sofort berechtigt, beim Gehalt wieder ordentlich zuzulangen: „Mein Verständnis ist, dass die Gehaltsdeckelung aufgehoben ist“, beeilte er sich zu verkünden. In diesem Jahr wird Blessing denn auch wieder 1,3 Millionen Euro verdienen. Dazu können noch Boni kommen. Dabei ist der Staat weiter als Großaktionär an der Commerzbank beteiligt. Zudem kündigte Blessing erst vor wenigen Tagen an, dass er keine Veranlassung sieht, die stille Einlage des Staats ganz abzulösen.

Auch für bedeutsame Banken, die keine Staatshilfe erhalten haben, sind die Vergütungsrichtlinien eigentlich streng. So ist für die wichtigsten Manager genau geregelt, wie hoch der Anteil der Aktien am Gesamtpaket sein darf und wie lange die Sperrfristen für die Auszahlung sein müssen. Zudem müssen die Top-Banker mit Abschlägen rechnen, wenn sie schlechte Ergebnisse liefern. Allerdings gelten nur gut 20 der rund 2 000 Banken in Deutschland als in diesem Sinne bedeutsam.

Zu diesen Instituten zählt zweifellos der Branchenprimus Deutsche Bank, der traditionell auch die höchsten Boni zahlt. Diese sollen nun aber dem Magazin Spiegel zufolge deutlich zusammengestrichen werden. Demnach müssen sich vor allem Investmentbanker der Bank darauf einstellen, dass der variable Anteil ihrer Vergütung um 15 bis 20 Prozent kleiner ausfällt. Aber auch im Privatkundengeschäft sollen die Boni gekürzt werden. „Der Bonustopf wird kleiner, die fetten Jahre sind vorbei“, hieß es dem Magazin zufolge in Arbeitnehmerkreisen. Die neuen Bankchefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen hatten jüngst gewarnt, dass Sonderposten wie Neubewertungen von Portfolios den Jahresgewinn drücken werden.

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