Für Europas Banken läuft die Uhr. Bis Mitte April müssen sich die 88 wichtigsten Institute durch die Unterlagen des großangelegten Stresstests arbeiten, hieß es am Freitag in Finanzkreisen.
Die voraussichtlich 14 teilnehmenden deutschen Banken müssen die geforderten Daten bei den Aufsehern bis zum 13. April einreichen, wie sie in einer Besprechung mit der Bundesbank und mit der Bankenaufsicht Bafin erfuhren. „Die betreffenden Institute werden sich aktiv und in enger Koordination mit Bundesbank, Bafin und (der europäischen Bankenaufsicht) EBA an dem Stresstest beteiligen“, erklärte die Bundesbank lediglich.
Nach einer bis 20. Mai angesetzten Prüfung soll das Ergebnis der umstrittenen Belastungsprobe im Juni bekanntgegeben werden. Was dann im Detail veröffentlicht werden soll, sei derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen, hieß es in den Kreisen.
Bis zum nächsten Freitag soll auch die Hürde festgelegt werden, die Banken überspringen müssen, um den Stresstest zu bestehen. Eine Kernkapitalquote von sechs Prozent, wie sie im vergangenen Sommer nur von sieben der 91 teilnehmenden Banken gerissen worden war, wird von Analysten als zu niedrig erachtet.
Um den Stresstest glaubwürdiger zu machen, müssten mehr Banken durchfallen. 17 hatten relativ knapp bestanden. Nun steht laut einem Bericht der Financial Times eine harte Kernkapitalquote – also ohne hybride Kapitalbestandteile – von fünf Prozent zur Debatte. Für Durchfaller erwarten die Aufseher eine Zusage der Politik, sie aufzufangen.
Die Fragebögen werden am 18. März an die Banken verteilt. Die bereits durchgesickerten Konjunkturszenarien, anhand derer die Bankbilanzen auf ihre Widerstandsfähigkeit getestet werden sollen, sind aber noch umstritten. Andrea Beltratti, Verwaltungsratschef der größten italienischen Filialbank Intesa Sanpaolo, sagte, der Test könne angesichts unrealistischerer Szenarien als 2010 zu unklaren Ergebnissen führen. ( rtr)
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