Frankfurt/Main (ap) - In den Fusionsverhandlungen von Dresdner und Commerzbank mussten verschiedenen Medienberichten zufolge einige interne Hindernisse genommen werden.
Im Vorstand der Dresdner Bank hat es nach Informationen des "manager-magazins" erheblichen Widerstand gegen den Verkauf des Unternehmens an die Commerzbank gegeben. Der Chef des Dresdner-Mutterkonzerns Allianz, Michael Diekmann, wollte am Montag vor Journalisten mit Verweis auf Geheimhaltungspflichten keine genauen Angaben dazu machen.
Diekmann sagte auf entsprechende Fragen aber auch, "dass natürlich nicht jeder mit der zukünftigen Positionierung, mit dem Thema, bin ich jetzt Vorstand oder bin ich nicht Vorstand der neuen Bank, zufrieden ist, ist - glaube ich - menschlich nachvollziehbar." Diekmann bestätigte, es habe eine außerordentliche Hauptversammlung der Dresdner Bank gegeben. Da die Dresdner der Allianz bisher zu 100 Prozent gehört, besteht eine solche Hauptversammlung auch nur aus der Allianz. "Den Inhalt der Hauptversammlung behalte ich für mich."
Laut "manager-magazin" haben am Sonntag alle Dresdner-Vorstandsmitglieder bis auf den Chef Herbert Walter gegen den Verkauf gestimmt. Walter ist der einzige aus der Dresdner-Führungsriege, der in den Commerzbank-Vorstand wechselt. Hauptgrund für den Widerstand seien denn auch offenbar fehlende Arbeitsplatzgarantien, schrieb das Magazin weiter.
Nach Informationen von "manager magazin" sollen die Juristen der Dresdner-Bank-Eigentümerin Allianz den rebellierenden Bankvorständen, unter ihnen Privatkundenchef Andreas Georgi und Investmentbanker Stefan Jentzsch, mit der sofortigen Entlassung gedroht haben. Als die Topmanager dies als Nötigung zurückgewiesen hätten, habe die Allianz kurzfristig eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und den Dresdner-Bank-Vorstand verpflichtet, dem Verkauf zuzustimmen.
Wegen dieser Auseinandersetzungen habe sich die Entscheidung über den Verkauf am Sonntag bis in die Abendstunden verzögert, schrieb das "manager magazin" weiter.
Derweil berichtete die "Welt-Online", die Allianz habe den Verkauf der Dresdner Bank offenbar gegen den erbitterten Widerstand von Betriebsräten und Gewerkschaftern durchgesetzt. Nur die entscheidende Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden Henning Schulte-Noelle habe die Transaktion gerettet. Auch im Aufsichtsrat der Commerzbank habe es Gegenstimmen gegeben.
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