Nach einem starken zweiten Quartal sind die Weichen in der Chemiebranche wieder klar auf Wachstum gestellt. Die Konjunkturerholung schob bei fast allen großen Chemieunternehmen die Gewinne kräftig an, wobei nicht nur Asien zu den Wachstumstreibern zählte. Auch die Geschäfte in Europa und in Nordamerika liefen bei manchen Konzernen wieder deutlich besser.
Beim weltweiten Chemieprimus BASF sprang im zweiten Jahresviertel der bereinigte Betriebsgewinn binnen Jahresfrist um 94 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro in die Höhe, wie das Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte.
An der Börse standen Chemieaktien am Donnerstag ganz oben auf der Einkaufsliste. Die BASF-Aktie war mit einem Kursplus von 1,2 Prozent einer der Gewinner im Leitindex Dax. Auch Bayer-Papiere konnten anfängliche Kursverluste wieder wettmachen und legten 0,9 Prozent zu. Merck war mit mehr als fünf Prozent Kursplus sogar stärkster Dax-Gewinner.
Bei BASF wächst nun die Zuversicht. „Insgesamt sind wir auf gutem Weg, wieder an die Vorkrisen-Ergebnisse anzuschließen“, sagte Konzernchef Jürgen Hambrecht. Besonders stark wuchs im zweiten Quartal die Nachfrage in den vier Industriesparten des Konzerns, die während der Rezession besonders gelitten hatten. Der Umsatz nahm um 30 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro zu.
Unter dem Strich blieb für die Monate April bis Juni ein Nettogewinn von 1,18 Milliarden Euro nach 343 Millionen vor Jahresfrist.
Der BASF-Konkurrent Bayer profitierte in seiner Kunststoffsparte MaterialScience von der Konjunkturerholung.
Bayer konnte den operativen Spartengewinn mehr als verdreifachen. Der Konzern erwirtschaftet derzeit etwas weniger als ein Drittel seines Umsatzes mit Kunststoffen, die beispielsweise in der in der Autobranche und in der Elektroindustrie zum Einsatz kommen.
Bei der Darmstädter Merck boomt derzeit das Geschäft mit Flüssigkristallen: Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze in dem Geschäftsbereich um 50 Prozent auf einen Rekordwert von 284 Millionen Euro. Die Umsatzrendite kletterte auf 53,2 Prozent. rtr
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