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Bedrohter Autozulieferer: Schaeffler holt IG Metall ins Boot

Weil der schwer angeschlagene Autozulieferer Schaeffler mit der Unterstützung von IG Metall und Betriebsrat rechnen kann, sind Personaleinsparungen von 250 Millionen Euro möglich. Dafür gibt's eine Gegenleistung.

Zur IG Metall kam Schaeffler mit rotem Schal.
Zur IG Metall kam Schaeffler mit rotem Schal.
Foto: Arnold

Der ums Überleben kämpfende Autozulieferer Schaeffler kann bei geplanten Einschnitten nach drastischen Auftragseinbußen mit der Unterstützung von IG Metall und Betriebsrat rechnen.

Die Unternehmensführung und die IG Metall verständigten sich auf Personaleinsparungen in Höhe von 250 Millionen Euro in Deutschland. Sollten die Einsparungen gelingen, will der fränkische Familienkonzern bis Mitte 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

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Eine entsprechende Vereinbarung sei nun mit IG Metall und Betriebsrat unterzeichnet worden, teilten die Schaeffler-Gruppe und die IG Metall am Dienstag in Herzogenaurach mit.

Schaeffler hatte sich bei der Conti-Übernahme verhoben und leidet inzwischen auch unter Auftragseinbrüchen wegen der Absatzkrise der Autoindustrie. Auf dem Unternehmen lasten nach der Conti-Übernahme Schulden von rund zwölf Milliarden Euro. Das nun vereinbarte Einsparvolumen von 250 Millionen Euro entspricht nach Schaeffler- Angaben bundesweit rund 4500 Stellen. Derzeit beschäftigt der Konzern weltweit rund 66.000 Männer und Frauen, davon 28.000 in Deutschland.

Schaeffler/Conti - eine tränenreiche Ehe

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Der zwischen Schaeffler und IG Metall vereinbarte Maßnahmenkatalog sieht unter anderem Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich, den weiteren Einsatz von Kurzarbeit, freiwillige Aufhebungsverträge, Altersteilzeit und die Kürzungen von Einmalzahlungen.

Aufsichtsrat wird eingeführt

Beschäftigte, die wegen fehlender Aufträge in der Produktion nicht mehr benötigt werden, sollen in einer sogenannten Transfergesellschaft weiter beschäftigt und dort fortgebildet werden. Als wichtiges Zugeständnis der Schaeffler-Eigentümer gegenüber den Gewerkschaften gilt die Einführung der Unternehmensmitbestimmung. Demnach soll ein Aufsichtsrat, der jeweils zur Hälfte aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besteht, eingeführt werden.

Bisher war der in Familienbesitz befindliche Wälzlager-Hersteller und Autozulieferer dazu nicht verpflichtet. Auch plant das Unternehmen eine Kapitalbeteiligung von Beschäftigten. In beiden Punkten müssten aber noch die Details geregelt werden.

"Diese Vereinbarung ist das konkrete Ergebnis intensiver und konstruktiver Verhandlungen aller involvierter Parteien, stets mit dem Ziel, die notwendigen Kostensenkungen für 2009 ohne betriebsbedingte Kündigungen zu realisieren", sagte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger laut Mitteilung.

Der erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, erklärte nach der Unterzeichnung: "Mit dieser Vereinbarung gewinnen wir Zeit. Es ist die richtige Antwort auf den massiven Konjunktureinbruch, der besonders die Metallindustrie trifft. Die Familie Schaeffler hat mit dieser Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung unter Beweis gestellt, dass sie zu der vor drei Monaten mit der IG Metall unterzeichneten Zukunftsvereinbarung steht."

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Schaeffler KG, Norbert Lenhard, sieht in der vereinbarten Beschäftigungssicherung eine wichtige Garantie für die Belegschaften im künftigen Konzernverbund mit Continental.

Die Automotive-Sparte von Schaeffler hatte im ersten Quartal 2009 einen Geschäftsrückgang von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet; dieser habe sich inzwischen auf einem um 25 Prozent niedrigeren Niveau stabilisiert, hatte das Unternehmen Mitte Mai berichtet. Auch die Industriesparte, in der die Schaeffler Gruppe 40 Prozent ihrer Umsätze erzielt, musste im ersten Quartal ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften. Die derzeitige Umsatzerwartung für 2009 liegt den Angaben zufolge bei rund 7,5 Milliarden Euro. Die Schaeffler-Gruppe geht davon aus, dass die Märkte erst wieder in den Jahren 2012 oder 2013 das Niveau von 2008 erreichen. (dpa)

Datum:  26 | 5 | 2009
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