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Bericht: Koreaner übernehmen Q-Cells

Der koreanische Mischkonzern Hanwha will den insolventen Solarhersteller Q-Cells übernehmen. Foto: Peter Endig
Der koreanische Mischkonzern Hanwha will den insolventen Solarhersteller Q-Cells übernehmen. Foto: Peter Endig

Bitterfeld-Wolfen. Der insolvente Solarkonzern Q-Cells wird einem Medienbericht zufolge vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen. Der Vertrag werde noch am Freitag unterschrieben, berichtete die «Financial Times Deutschland» in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Der Investor wolle 1200 Mitarbeiter übernehmen und auch den Produktionsstandort in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) erhalten. Personelle Einschnitte seien allerdings insbesondere in der deutschen Verwaltung geplant.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, der Verkauf sei noch nicht perfekt. Vor einer Unterschrift werde er auch nichts zum Verhandlungsstand sagen. Man habe Stillschweigen vereinbart.

Q-Cells hatte zuletzt weltweit 2200 Mitarbeiter, darunter 1300 am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen und 500 in Malaysia. Das benachbarte Unternehmen Sovello mit einst 1200 Mitarbeitern hatte diese Woche das Aus für die Produktion für Ende August verkündet und will sich auch von allen noch verbliebenen Mitarbeitern trennen.

Hanwha ist das zehntgrößte Industrieunternehmen in Südkorea mit einem Umsatz von 35 Billionen Won (25 Mrd Euro). Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» soll Q-Cells in die Solarsparte des Hanwha-Konzerns integriert werden. Das weltweite Zentrum für Forschung und Entwicklung der Hanwha-Solarsparte werde in Bitterfeld-Wolfen angesiedelt. Auch die Marke Q-Cells bleibe erhalten, ebenso die Produktion in Malaysia.

Der Verkauf soll nach den Informationen der «Financial Times Deutschland» im September, spätestens im Oktober abgeschlossen werden. Die Gläubiger müssten sich mit dem Verkauf noch einverstanden erklären. Auch die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Der Verkauf von Q-Cells wurde auch vom Unternehmen selbst nicht bestätigt. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, sie könne den Verkauf ebenfalls nicht bestätigen. Sollte es so kommen, wäre dies allerdings ein Lichtblick für die gebeutelte Branche.

Die deutsche Solarbranche ist in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck geraten. Als Auslöser einer ganzen Serie von Pleiten gilt die harte Konkurrenz aus China, wo Hersteller staatlich gestützt werden. (dpa)