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Berliner Immobilienkonzern: GSW sagt den Börsengang ab

Es geht um 50.000 Wohnungen - und um viel Geld. Bis zu 500 Millionen Euro sollten die GSW-Aktien an der Börse bringen. Nun wird die Notbremse gezogen. Aber nicht wegen der Mieter. Von Thomas Wüpper

Die Berliner Immobiliengesellschaft GSW sagt ihren Börsengang ab.
Die Berliner Immobiliengesellschaft GSW sagt ihren Börsengang ab.
Foto: ddp

Berlin. Es sollte mit bis zu 500 Millionen einer der größten Börsengänge seit Jahren werden. Für diesem Freitag war die Erstnotiz der Aktie des Berliner Immobilienkonzerns GSW mit seinen 50.000 Mietwohnungen im Prime Standard der Frankfurter Börse geplant.

Den Finanzinvestoren Cerberus und Goldman Sachs sollte der Verkauf bis zu 351 Millionen Euro einbringen. Höchstens 140 Millionen Euro fähren dem Unternehmen für Investitionen und Schuldenabbau zugeflossen.

Der Börsengang wurde in der Nacht zum Mittwoch vorerst abgesagt. Die Volatilität und Unsicherheit an den globalen Aktienmärkten hätten stark zugenommen, erklärte die GSW. In Bankenkreisen ist aber zu hören, dass die Immobilienaktie bei einer Preisspanne von 15 bis 18,50 Euro auf wenig Interesse stieß.

Die US-Finanzinvestoren haben die GSW vor sechs Jahren vom Land Berlin erworben. Dabei bekamen sie auch die Auflage, die GSW-Mehrheit nicht vor 2014 an die Börse zu bringen. Kürzlich kauften sie sich mit der Zusage frei, 30 Millionen Euro extra an das Land zu zahlen. Dieses Geld soll nun trotz abgesagten Börsengangs dennoch fließen. "Wir erwarten die Zahlung bis nächsten Montag", betonte ein Senatssprecher.

Die Verbindlichkeiten der GSW haben sich seit dem Einstieg der US-Finanzinvestoren nochmals um rund 100 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro erhöht.

Autor:  Thomas Wüpper
Datum:  5 | 5 | 2010
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