Der Opel-Betriebsrat will mit einer eigenen Firma in die Verhandlungen über eine Mitarbeiterbeteiligung an einer neuen, unabhängigen Opel-Gesellschaft gehen. "Der Gesamt- und Konzernbetriebsrat der Adam Opel GmbH hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig den Beschluss gefasst, eine Aktiengesellschaft zu gründen", teilte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz mit.
Diese Gesellschaft soll bei der Sanierung nicht nur über die Beteiligung der Arbeitnehmer verhandeln, sondern auch langfristig "den Beitrag der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen verwalten". Die Beschäftigten sollten über die Gesellschaft "mittelbar an New Opel beteiligt werden", so Franz. Die Organe der Mitarbeiter-Aktiengesellschaft sollen mit den juristischen Beratern des Betriebsrates sowie mit Arbeitnehmervertretern aller Opel-Standorte besetzt werden.
Das Konzept des möglichen Investors Magna sieht vor, die Beschäftigten mit zehn Prozent zu beteiligen. Mit diesem Modell werde "in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein gänzlich neuer Weg beschritten, um die Mitarbeiter an der Chance des Neubeginns entsprechend ihrem Sanierungsbeitrag angemessen zu beteiligen", sagte Franz. Sollten sich andere europäische Standorte diesem Konzept anschließen, sei die Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) vorgesehen.
Der Autobauer Opel hat indes Darstellungen zu angeblichen Milliardenrisiken bei der geplanten Übernahme durch Magna zurückgewiesen. Die Pensionsverpflichtungen würden jedes Jahr fest in die Finanzplanung einbezogen und aus dem operativen Geschäft bestritten, erklärte ein Firmensprecher. Dies werde auch in Zukunft bei einem europäischen Opel-Konzern so bleiben. Die Zahlen seien Magna bekannt.
Die Bundesregierung schließt eine Übernahme der Milliarden-Pensionslasten von Opel kategorisch aus. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte, Opel habe gegenüber der Regierung eindeutig erklärt, dass die Lasten nicht auf die Steuerzahler abgewälzt würden. Nach Angaben des Arbeitsministeriums belaufen sich die Pensionslasten auf bis zu fünf Milliarden Euro.
Opel korrigierte auch einen Bericht des Handelsblattes, demzufolge das Unternehmen künftig hohe Lizenzgebühren an GM zahlen müsse. Es kämen keine neuen Belastungen auf Opel zu, sagte ein Sprecher. Wie bislang vergüte GM die erbrachten Entwicklungsleistungen und Opel zahle Lizenzgebühren. Über die Höhe macht das Unternehmen keine Angaben. Mit rtr
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