Die Opel-Belegschaft ist nur bei angemessener Mitbestimmung zu finanziellen Opfern für einen Neustart der Firma bereit. Dies stellte der Konzernbetriebsrat nach einer Sondersitzung klar. Die Entscheidung für oder gegen einen künftigen Investor hänge entscheidend davon ab, wie er die Forderungen der Arbeitnehmer erfülle. Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Beschäftigten bis zu 1,5 Milliarden Euro in das neue Unternehmen einbringen sollten, "vom Entscheidungsprozess aber ausgeschlossen sind", heißt es in einer mit der IG Metall herausgegebenen Mitteilung.
Bislang hätten alle Investoren nur Forderungen an die Belegschaft gestellt, sie aber nicht aktiv eingebunden. Offiziell seien den Arbeitnehmervertretungen noch nicht einmal die Konzepte der Investoren vorgelegt worden.
Die Arbeitnehmervertreter haben sich die Konzepte aber anderweitig beschafft. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Plan des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna ihren Vorstellungen am nächsten komme. Das Konzept des Finanzinvestors RHJ wird in der vorliegenden Form abgelehnt. Der Konzernbetriebsrat hat sich grundsätzlich gegen RHJ ausgesprochen. Er befürchtet, dass RHJ nur als Steigbügelhalter für die Ex-Muttergesellschaft General Motors (GM) dienen soll, damit diese in ein paar Jahren Opel wieder übernehmen könne und alles beim Alten bliebe.
Der Betriebsrat nennt mehrere Voraussetzungen für Beiträge der Belegschaft: Keine Werksschließungen und Entlassungen, die Eigenständigkeit von Opel und der britischen Schwester Vauxhall, der Zugang für Opel auf allen wichtigen Märkten, Mitbestimmung und ein Vetorecht der Arbeitnehmer, falls das Unternehmen verkauft werden soll, aktive Beteiligung der Arbeitnehmer am Umbau von Opel. Zudem müsse sichergestellt werden, dass kein Geld aus dem Unternehmen abfließt - weder in die USA noch nach Russland. Magna will zusammen mit der russischen Sberbank bei Opel einsteigen.
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