kalaydo.de Anzeigen

Arbeitgeber: Betrug bei der Kurzarbeit

Rund 850 Betriebe stehen unter Verdacht staatliche Zuschüsse zur Kurzarbeit kassiert zu haben - obwohl die Mitarbeiter voll gearbeitet haben.

Kurzarbeit bei Siemens (Archivbild).
Kurzarbeit bei Siemens (Archivbild).
Foto: ddp

Die Behörden ermitteln derzeit gegen rund 850 Firmen wegen des Verdachts auf Betrug bei Kurzarbeit. Die Ermittlungen seien sehr langwierig und schwierig, sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) der Frankfurter Rundschau. Oft bestehe der Verdacht, dass bei Arbeitszeitkonten manipuliert wurde. Möglich sei etwa, dass Arbeitnehmer ausstempeln und anschließend trotzdem weiter arbeiten. Solche Missbrauchsfälle seien nur schwer nachweisbar.

Bislang ist der BA ein Fall bekannt, bei dem ein Amtsgericht ein Unternehmen zu einer Strafzahlung verurteilt hat: Eine Firma in Baden-Württemberg habe Zuschüsse zur Kurzarbeit erhalten, obwohl die Beschäftigten voll gearbeitet hätten. Sie müsse nun 11.000 Euro Strafe bezahlen, erläuterte die Sprecherin.

Die Firma habe Zuschüsse in Höhe von rund 2000 Euro zu Unrecht bezogen, zudem habe sie Hilfen von rund 8000 Euro zu Unrecht beantragt. Der Strafbefehl sei bereits rechtswirksam. In Baden-Württemberg gehen sieben Sonderprüfer in den Arbeitsagenturen Hinweisen auf Missbrauch bei Kurzarbeit nach.

Etliche Verfahren eingestellt

Insgesamt seien die Behörden von Juni 2009 bis zu diesem Juli rund 1500 Verdachtsfällen im gesamten Bundesgebiet nachgegangen, berichtet die BA-Sprecherin. 650 Verfahren seien inzwischen eingestellt, weil kein Missbrauch festgestellt wurde. Gegen die anderen 850 Unternehmen würden Staatsanwaltschaft, Hauptzollämter oder Arbeitsagenturen noch ermitteln.

Die BA bewertet die Zahl der Verdachtsfälle als relativ niedrig. Die Behörde verweist darauf, dass in der Spitze mehr als 60.000 Firmen Kurzarbeit genutzt haben. Wenn Beschäftigte kurz arbeiten, gleicht die BA einen Teil des Lohnausfalls aus. Zudem übernimmt sie im ersten halben Jahr mindestens die Hälfte der Sozialbeiträge und danach die gesamten Kosten.

Autor:  Eva Roth
Datum:  3 | 8 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.


Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Fotostrecke
Forum Entwicklung
Das Forum Entwicklung ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"

Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

Ressort

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Anzeige

Tops und Flops in der Wirtschaft

Anzeige

 

Video

  • 6.339,94 Pkt. +24,05 (+0,38%)
  • 10.196,44 Pkt. -35,08 (-0,34%)
  • 752,47 Pkt. +0,62 (+0,08%)
  • 8.580,39 Pkt. +17,01 (+0,20%)
  • 1,2512 USD -0,0003 (-0,02%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...

 Mehr...

Brutto / Netto Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Anzeige

Finden Sie jetzt gezielt den richtigen Partner für eine glückliche Beziehung. So wird Ihre Partnersuche ganz einfach.

ANZEIGE
- Business
- sonstiges
- Kauftipps!