Es sieht nach einem Betrug durch die Blume aus: Der Düsseldorfer Anbieter Ihr Blumenkontor hat nach Informationen der Polizei im gesamten Bundesgebiet massenhaft Rechnungen für Sträuße verschickt, die offenbar weder bestellt noch versandt wurden. 39,98 Euro sollen die überwiegend gewerblichen Kunden für den „Blumenstrauß Sommertraum mit Glas-Vase“ überweisen.
Mehr als dreißig Anzeigen und noch viel mehr Hinweise aus dem ganzen Bundesgebiet sind in den vergangenen Tagen allein bei der Polizei in Düsseldorf eingegangen. Die Düsseldorfer Beamten kümmern sich um den Fall, weil auf der Rechnung als Unternehmenssitz eine Düsseldorfer Adresse angegeben ist – die Hammer Straße am Hafen. Die Straße existiert zwar, aber eine Firma namens Ihr Blumenkontor gebe es dort nicht, sagt Polizeisprecher André Hartwich. Das genannte Firmenkonto bei der Sparkasse am Niederrhein, auf das die vermeintlichen Kunden das Geld überweisen sollten, sei inzwischen gesperrt worden.
Die Polizei warnt eindringlich davor, die Rechnung zu begleichen, da „alles darauf hindeutet, dass es sich hierbei um einen groß angelegten Betrugsversuch handelt“. Telefonisch ist Ihr Blumenkontor seit Tagen nicht mehr zu erreichen, auch die Internetseite ist mittlerweile abgeschaltet – mit dem Hinweis an Geschädigte, sich an die Kriminalpolizei Düsseldorf zu wenden. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Betrugs laufen (Hinweise unter: 0211 8702005).
So banal es klingt: Die IHK Köln empfiehlt, jede Rechnung genau zu prüfen, bevor sie beglichen wird. Dabei sollten sich Kunden nicht von hochtrabenden Bezeichnungen oder amtlichen Symbolen blenden lassen.
Druck versuchten betrügerische Firmen auch gerne durch Inkassofirmen oder Rechtsanwälte aufzubauen, so die IHK Köln. Auch davon sollten sich die Rechnungsempfänger nicht beeindrucken lassen, rät die IHK.
Dass Abzocker nun auch mit vermeintlichen Blumenlieferungen Geschäfte machen wollen, sei eine neue Masche, sagt Peter Solf vom Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW). Bislang seien Betrüger im gewerblichen Bereich vor allem mit sogenanntem Adressbuchschwindel auffällig geworden. Dabei werden an Geschäftskunden Rechnungen für Einträge in nicht existierende oder wertlose Register, Datenbanken oder Adressverzeichnisse verschickt – oft an unerfahrene Gründer, aber auch an größere Unternehmen in der Hoffnung, eine Rechnung über einen solch geringen Betrag rutsche schon mal ohne weitere Prüfung durch. „Das ist seit Jahren ein Dauerbrenner“, sagt Solf. Es sei auffällig, dass Betrüger vor allem in den Ferienmonaten sowie kurz vor Weihnachten groß angelegte Aktionen starteten, sagt Susanne Hartmann von der IHK Köln. Wohlwissend, dass dann viele Büros nicht so gut besetzt sind wie sonst, weil viele Mitarbeiter in Urlaub sind.
Diese Beobachtung hat auch der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität gemacht. Die Firmen wählten auch bewusst niedrige Beträge in der Hoffnung, man frage dann nicht weiter nach. Wenn der Schwindel irgendwann auffliege, seien die Verantwortlichen längst über alle Berge, ergänzt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen.
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