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14. Juli 2014

Bio-Lebensmittel: Bio-Lebensmittel sind gesünder

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Große Auswahl: Lebensmittel in einem Bio-Supermarkt in Berlin.  Foto: REUTERS

Eine großangelegte Studie beweist: Ökologisch produziertes Essen enthält mehr Antioxidantien und ist entsprechend gesünder. Denn die Art, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden, hat einen großen Einfluss auf die Inhaltsstoffe.

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Überzeugte Bio-Bauern und Bio-Konsumenten schwören drauf: Ökologisch angebautes Gemüse, Getreide und Obst ist gesünder, weil es mehr wünschenswerte und weniger potenziell schädliche Inhaltsstoffe aufweist. Doch bisherige Studien konnten dies so gar nicht belegen. Nun liefert eine groß angelegte, von der EU mitfinanzierte Studie der englischen Universität Newcastle den Beweis: Die Art, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden, hat einen großen Einfluss auf die Inhaltsstoffe.

Die Studie, an der auch das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau FibL beteiligt war, zeigte vor allem ein deutliches Ergebnis: Biologisch erzeugte Nahrungsmittel haben einen deutlich höheren Anteil an Antioxidantien wie Penolsäuren, Flavanone, Stilbene oder Anthocyane als konventionelle Kost. Nach Angaben der Studie, die heute im renommierten British Journal of Nutrition publiziert wird, weisen biologische Lebensmittel zwischen 18 und in der Spitze 69 Prozent mehr Antioxidantien auf. Sie enthielten auch mehr Vitamine und Carotinoide, wenn auch die Unterschiede hierbei nicht so eklatant sind wie bei den Antioxidantien.

Das ist nicht ohne Bedeutung für die Gesundheit: Denn ein Mehr an Polyphenolen und Phenolsäuren, argumentieren die englischen Forscher, sei von hohem gesundheitlichen Nutzen. Diese Inhaltsstoffe können vor chronischen Beschwerden wie etwa Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen schützen helfen. Gleichwohl bremst Hauptautor Professor Carlo Leifert: Die Studie zeige nicht, dass Bio definitiv gesünder sei. Sie belege aber, dass es reihenweise signifikante Unterschiede in der Zusammensetzung der Nahrungsmittel gebe.

Umgekehrt stellten die Forscher fest, dass Bio-Lebensmittel deutlich weniger giftige Metalle wie Cadmium (minus 48 Prozent), weniger schädliche Stickstoffverbindungen wie Nitrat und Nitrit und weniger Pestizidreste aufweisen. Das spiegelt ganz unmittelbar die Anbaumethodik des biologischen Landbaus wider, meinen die Autoren.

Große Differenzen bei Pestizid

Denn dass in Bio-Lebensmitteln 87 Prozent weniger Nitrit gemessen wird als in konventionell produzierter Nahrung, hänge mit der Verwendung des mineralischen Stickstoffs in der herkömmlichen Landwirtschaft zusammen. Der ist bei Bio verboten. Nitrit gilt als möglicher Faktor etwa bei der Entstehung von Magenkrebs. Der Verzicht auf Mineraldünger wird von den Autoren auch als Grund für den höheren Anteil an Antioxidantien in der Bio-Ware genannt.

Zwar fanden die Forscher im konventionellen Obst, Getreide und Gemüse oder in den daraus gefertigten Lebensmitteln keine Pestizidrückstände, die über den europäischen Grenzwerten lagen. Allerdings wurden solche Reste von Schädlingsbekämpfungsmitteln in konventioneller Kost viermal häufiger gefunden als in Bio-Lebensmitteln.

Der Unterschied war vor allem bei Obst signifikant: Pestizidrückstände finden sich in konventionellen Äpfeln, Pfirsichen oder Erdbeeren sogar sieben Mal häufiger als bei Bio-Früchten. Dieser erhöhte Wert lege nahe, dass konventionelle Obstbauern kurz vor der Ernte stärker zu schwer abbaubaren Stoffen griffen, meinen die Autoren.

Die Arbeit der Briten unterscheidet sich deutlich von der 2009 publizierten Studie, die damals von der staatlichen britischen Food Standards Agency in Auftrag gegeben worden war. Diese Studie, die damals für viel Aufsehen gesorgt hatte, hatte keine signifikanten Unterschiede zwischen Biokost und konventioneller Nahrung feststellen können. Leifert und seine Kollegen verweisen nun darauf, dass die FSA nur auf 46 und nicht wie seine Universität auf 343 Studien zurückgreifen konnte. Davon waren mehr als die Hälfte ab 2006 verfasst. Damit seien neue Erkenntnisse verbunden.

Gleichwohl gibt es Kritiker: So zitiert die britische Tageszeitung „The Guardian“ den Ernährungswissenschaftler Professor Tom Sanders vom King’s College London mit den Worten, dass ihn der Vergleich nicht überzeuge. Sanders: „Wichtiger ist, was du isst, nicht ob es biologisch oder konventionell erzeugt wurde.“ Und wichtiger sei, so Sanders, mehr Obst und Gemüse als bisher üblich zu essen.

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