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Bio-Unternehmen: Vorbildlicher Klimaschutz

Drei Unternehmen präsentieren auf der Biofach, wie auch die Produktion umweltfreundlich gestaltet werden kann. Von Stephan Börnecke

Es gibt Unternehmen, die rühmen sich der Klimafreundlickeit, weil sie ihren Umweltbericht klimaneutral drucken. In der Firma selbst aber tun sie wenig zur Reduktion der Treibhausgase, vom Produkt völlig abgesehen. Dass es anders geht, dass Firmen ganz oder zumindest im großen Stil klimaneutral arbeiten können, haben auf der Biofach in Nürnberg gleich drei Unternehmen präsentiert: Da gibt es die klimaneutrale Bratwurst, den klimaneutralen Apfelsaft und die klimaneutrale Kundenzeitschrift.

Sie kommt "knackig, lecker und klimaneutral" daher, die "Superwurst" der Firma Ökoland. "Seit 25, 30 Jahren", sagt Ökoland-Geschäftsführer Patrick Müller, wisse man doch, wie es um die Umwelt stehe. Doch trotz der Biobooms, trotz aller möglichen Klimakampagnen bewege sich noch immer zu wenig. Die Superwurst soll's bringen. Das Unternehmen lässt seine beiden Topseller klimaneutral herstellen und deckt damit zwar nicht alle Produkte ab, aber immerhin mehr als 20 Prozent des Absatzes. Man wolle Vorbild sein, um die globale Erwärmung zu stoppen.

Die klimaneutrale Ökowurst funktioniert so: Nach dem Stop Climate Change Standard zertifiziert sind alle Arbeiten der Firma, und sogar die Fahrt zur Arbeit ist so weit es geht klimaneutral organisiert. Zur Zertifizierung gehört, alle CO2-Faktoren zu minimieren. Doch weil alle Möglichkeiten zur Reduktion der Klimaschädlichkeit der Produktion begrenzt sind, der CO2-Verbrauch je Kilo Bratwurst sich von vier Kilo auf allenfalls 3,5 Kilo senken lässt, kauft das Unternehmen Klimazertifikate und unterstützt so ein Windkraftprojekt in Indien. So werden unvermeidliche Treibhausgasemissionen neutralisiert. Die Kosten für den Klimabeitrag beziffert Müller auf zwei Cent je Packung, die in der allgemeinen Kalkulation des Unternehmens aufgehen, also nicht gesondert dem Kunden in Rechnung gestellt werden.

Nach diesem Modell arbeitet auch der Fruchtsafthersteller Voelkel. Auch das 70 Jahre alte Bio-Unternehmen aus dem Wendland hat nicht irgendwelche seiner 130 Säfte für das Klimaprojekt ausgesucht, sondern ausgerechnet mit Apfel- und mit Mangosaft die am meisten gefragten Artikel. In Indien, wo die Voelkel-Mangos wachsen, wird herkömmlicher Obstanbau auf ökologische Produktion umgestellt.

Dass sogar Zeitschriften klimafreundlich produziert werden können, beweist der Aschaffenburger Bio-Verlag, in dem das Kundenblatt Schrot und Korn mit einer monatlichen Auflage von 700 000 Exemplaren erscheint. Unausweichliche Emissionen gleicht er durch ein indisches Windkraft- und bald auch durch ein Waldprojekt auf Costa Rica aus. Der Verlag hat auch ausgerechnet, wie viel CO2 eine Heft-Produktion emittiert: Das sind 250 Gramm. Damit kommt ein sparsames Auto zwei Kilometer weit.

Autor:  STEPHAN BÖRNECKE
Datum:  23 | 2 | 2009
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