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17. Oktober 2012

Biosprit-Pläne der EU: Pack den Abfall in den Tank!

 Von Peter Riesbeck
Die Biosprit-Quote der EU wird gesenkt.  Foto: dpa

Die EU-Kommission ändert ihre Biosprit-Strategie. Sie senkt ihre Ziele für die nächsten Jahre und will Subventionen kürzen. Statt Raps und Mais sollen vor allem Abfälle und Holzreste in den Tank. In einem weiteren Punkt knickte die EU vor der Biosprit-Lobby ein.

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Brüssel –  

Die Europäische Union will ihre Förderpolitik von Biokraftstoffen ändern. Zumindest ein bisschen. Angesichts steigender Lebensmittelpreise und des zunehmenden Landverbrauchs für Mais, Raps und Rüben und schraubt die EU ihre selbstgesteckten Ziele für Biokraftstoffe zurück. Sie sollen ab 2020 nur fünf statt wie bisher zehn Prozent der Energie im Verkehrsbereich liefern. Zudem sollen Biokraftstoffe, die keinen Klimanutzen haben, von 2020 an nicht mehr subventioniert werden. Das erklärten EU-Energiekommissar Günther Oettinger und Klimakommissarin Connie Hedegaard am Mittwoch in Brüssel. Sie kündigten entsprechende Gesetze an, denen die Mitgliedsländer und das Europaparlament noch zustimmen müssen.

Quote auf fünf Prozent gesenkt

„Es ist bemerkenswert, dass die Kommission ihren Kurs bei Biokraftstoffen erstmals wechselt“, sagte Franziska Achterberg von der Umweltgruppe Greenpeace. In der Tat hatte die Kommission stark auf Biosprit aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps (für Biodiesel) und Rüben für (Bioethanol) gesetzt. Bis zum Jahr 2020 sollten zehn Prozent der Energie für Auto, Bus und Lkw aus Biosprit kommen. Studien zum Landverbrauch und der Klimabilanz weckten aber Zweifel am ökologischen Nutzen.

Deshalb hat die Kommission nun reagiert und die Quote auf fünf Prozent gesenkt. Sie will damit Biokraftstoffe der sogenannten zweiten Generation fördern. Statt Raps, Mais und Rüben soll künftig mehr Abfall wie Stroh und Holzreste in den Tank. Auch Algen könnten Kraftstoffe liefern.

Wie Bioethanol gemacht wird.
Wie Bioethanol gemacht wird.
 Foto: dpa-Grafik

Allerdings knickten Oettinger und Hedegaard nach heftigen Protesten von Bauernverbänden und Biospritindustrie teilweise ein. So unterbleibt eine offizielle Studie zur Klimabilanz der verschiedenen Biospritarten. Zudem darf die Industrie weiter die Verwendung von Raps- und Sojaöl als klimaschonend gelten machen. Laut Studien fällt bei der Herstellung von Biodiesel aus Raps viermal mehr Klimagas an als bei Biosprit aus Getreide.

An der Tankstelle selbst ändert sich für den Autofahrer aber wenig. E10 bleibt E10, sprich Benzin wird weiter zehn Prozent Biosprit beigemengt. Die Kommission hält auch weiter daran fest, E10 EU-weit einzuführen. Die Einführung des Kraftstoffmixes zum Jahresbeginn 2011 hatte viele Autofahrer verunsichert.

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