„Die Beteiligungsvielfalt ist für Privatanleger kaum zu überblicken“, sagt Karin Baur von Finanztest. Zumeist handelt es sich um geschlossene Fonds oder Direktinvestitionen in eine Tropenholzplantage.
Eine Handvoll spezialisierter Anbieter tummelt sich im deutschen Markt und verspricht bei einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren Renditen von zwölf Prozent in der Spitze. So wie die Schweizer Life Forestry, die Teakholz-Monokulturplantagen in Costa Rica und Ecuador unterhält. Damit die zwölf Prozent Wirklichkeit werden, kalkuliert die Firma über die Laufzeit mit jährlichen Holzpreissteigerungen von sechs Prozent. „Das lässt sich über einen solchen Zeitraum nicht seriös prognostizieren“, kritisiert Baur.
Einen langen Atem erfordern die meisten Holzinvestments. Einen Zweitmarkt, um einmal erworbene Beteiligungen
zu verkaufen, gibt es kaum. Den nicht unerheblichen Risiken stehen attraktive Renditen gegenüber. Die Firmen müssen aber auf die Risiken hinweisen.
Direktes Eigentum erwerben Anleger an den Bäumen und im Idealfall auch am Grund und Boden. Das muss durch einen Eintrag ins Grundbuch verbrieft werden. Die Anbieter kümmern sich um Aufzucht und Ernte, benötigen also
hohes forstwissenschaftliches Know-how. Reine Monokulturen sind ökologisch ärmer als Mischwälder, in denen auch einheimische Arten wachsen sollten. Hier können sich auch viele Tierarten wohlfühlen. Um zu vermeiden, dass für die Aufforstung Regenwald gerodet wird, sollte die Fläche mindestens zehn Jahre brach gelegen haben. ori
Rendite kann täuschen
Auch über die Risiken klären die Schweizer eher beiläufig auf. Dabei droht etwa bei Sturmschäden oder Schädlingsbefall die komplette Einlage wertlos zu werden. Denn die Anleger erwerben lediglich die Bäume und keinerlei Grundbesitz. Auch wegen der aggressiv im Internet beworbenen Rendite kommt die Firma bei Finanztest nicht gut weg. Außerdem fließt Anlegergeld zu Verwaltungszwecken an eine Stiftung in Liechtenstein, die aber keine Auskunft über die Mittelverwendung gibt.
Ohnehin sucht man Firmenbilanzen im üppigen Informationsangebot der Holzinvest-Gesellschaften meist vergebens. Anleger können so die finanzielle Solidität kaum überprüfen. Das wäre umso wichtiger, da 2006 der Schweizer Anbieter Prime Forestry pleiteging und Hunderte von Anlegern um ihre Anteile geprellt wurden.
„Für die Beurteilung der Investitionssicherheit ist es ideal, wenn ein Anbieter schon einmal Ausschüttungen vorgenommen hat“, sagt Baur. Wie etwa die Bonner Forest Finance (FoFi). Die Firma um Ex-BUND-Geschäftsführer Harry Assenmacher hat ihre ersten Bäume 1997 in Panama gepflanzt und 2010 erstmals Erträge ausgekehrt. Das Geschäftsmodell aller Anbieter sieht vor, dass in den Forsten während ihrer Aufzucht mehrmals Holz geerntet und vermarktet wird. „Pro Hektar werden 1000 Bäume gepflanzt. Nach 25 Jahren sind es noch 150“, erklärt Assenmacher. Der Rest wird über die Jahre gefällt und verkauft. Weitere Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Setzlingen und CO2-Gutschriften.
Risikominderung durch Erntegemeinschaft
Bei der Langfristanlage von FoFi erwirbt der Investor neben den Bäumen auch Grund und Boden. Das Einzelrisiko wird zudem dadurch gemindert, dass alle Anleger eine Erntegemeinschaft bilden und damit mögliche einzelne Ausfälle kompensiert werden. Alles zusammen soll für eine Rendite von 7,5 bis zehn Prozent sorgen.
Assenmacher will bei den Anlegern mit Nachhaltigkeit punkten. „Die Wälder werden nur dann von den Menschen dauerhaft geschützt, wenn sie davon ökonomische Vorteile haben.“ Deshalb zahle FoFi höhere Löhne und biete zusätzliche Sozialleistungen.
Auch der Freiburger Anbieter BaumInvest setzt auf ein nachhaltiges Konzept, einheimische Mischwälder und mit dem ehemaligen Chef des Öko-Instituts Leo Pröstler auf eine ökologische Galionsfigur, um Investoren zu gewinnen. Mit Erfolg: Die ersten beiden Fonds des Newcomers waren schnell vergriffen. Versprochen wird eine Rendite von 6,4 Prozent und Vorteile für Mensch und Umwelt.
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