Nach dem Rücktritt von Alain Caparros als Karstadt-Aufsichtsratschef hat der Warenhauskonzern einen Nachfolger nominiert: Jared Bluestein, Geschäftsführer der von Nicolas Berggruen gesteuerten Investmentgesellschaft Berggruen Holdings, soll auf ihn folgen. Er gehört seit Oktober 2010 dem Kontrollgremium an und ist seit 15 Jahren für Berggruen tätig. Thomas Crawford, Finanzvorstand der Berggruen Holdings, soll in den Aufsichtsrat nachrücken.
Berggruen teilte mit, er respektiere Caparros Rücktrittserklärung. Der Rewe-Chef hatte seinen Posten am Montag mit der Begründung verlassen, es herrsche ein unterschiedliches Verständnis „über die Rolle des Aufsichtsrats in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens“.
Die Insolvenzanträge für die Holding Arcandor und die Töchter Karstadt und Quelle werden gestellt.
Das Amtsgericht Essen eröffnet Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften, darunter die Karstadt Warenhaus GmbH. Insgesamt muss das Gericht über rund 40 Einzelanträge entscheiden.
Gläubiger geben Grünes Licht für den Verkauf von Karstadt an einen Investor. Dennoch stehen harte Einschnitte bevor, einige Häuser müssen schließen.
Nach Angaben der Insolvenzverwaltung sollen zehn Karstadt-Standorte mit zum Teil mehreren Häusern geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.
Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Insolvenzplan zu.
Als erster Interessent legt der Finanzinvestor Triton ein Angebot für Karstadt vor.
Es wird bekannt, dass die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Investmentgesellschaft Berggruen Holdings sämtliche Karstadt-Geschäftsaktivitäten übernehmen will.
Unmittelbar vor einer Sitzung des Gläubigerausschusses wird das Angebot des Karstadt-Vermieters Highstreet bekannt. Nach der Präsentation der drei Rettungskonzepte vertagt der Ausschuss die Entscheidung über einen Zuschlag auf den 7. Juni.
Das Amtsgericht Essen verschiebt einen Termin zur Annahme des Insolvenzplans auf den 10. Juni
Nach monatelangen Gesprächen mit bundesweit 94 Kommunen über einen Verzicht auf Gewerbesteuer haben bis auf drei alle zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.
Kurz vor der Entscheidung im Karstadt-Bieterrennen bekräftigt der Handelskonzern Metro sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette.
Berggruen erhält von Gläubigerausschuss den Zuschlag für die Warenhauskette. Einen Tag später unterschreibt er den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom unterlegenen Mitbewerber Highstreet, dem etwa zwei Drittel der Karstadt-Immobilien gehören, deutliche Mietsenkungen.
Weil sich beide Seiten noch nicht geeinigt haben, vertagt das Essener Amtsgericht unter Hinweis auf fehlende Mietverträge seine Bestätigung des Insolvenzplan auf den 16. Juli.
Eine erste Verhandlungsrunde in London um die künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein neues Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro als nicht ausreichend ab.
Das Amtsgericht Essen vertagt seine Entscheidung zur Annahme des Insolvenzplans auf den 10. August.
Nach einem Treffen des Vermieterkonsortiums Highstreet heißt es, eine Einigung mit Berggruen sei „in greifbare Nähe“ gerückt. Bislang haben aber noch nicht alle Beteiligten die Konditionen akzeptiert.
Ein Angebot des italienischen Warenhausbetreibers Maurizio Borletti wird bekannt. Zusammen mit dem US-Investor Gordon Brothers will Borletti Karstadt für 100 Millionen Euro übernehmen. Der Insolvenzverwalter verweist aber auf den bestehenden Vertrag mit Berggruen.
Weil es noch immer keine abschließende Einigung über die von Nicolas Berggruen geforderten Mietsenkungen gibt, vertagt das Essener Amtsgericht seine Entscheidung zur Annahme des Insolvenzplans auf den 3. September. (dpa)
Das Immobilienkonsortium Highstreet stimmt Mietsenkungen für die Karstadt-Filialen zu. Nach der Einigung von Bergruen mit den Vermietern setzt das Amtsgericht Essen den Insolvenzplan in Kraft. Die Übernahme von Karstadt durch den neuen Investor ist damit perfekt.
TextilWirtschaft: Die Karstadt-Chronik
Tagesspiegel: Aufstieg und Niedergang eines Handelshauses
Caparros war erst im vergangenen Oktober zum Oberaufseher gewählt worden. Hinter den Kulissen war von Unstimmigkeiten zwischen Caparros und Berggruen die Rede: Er soll sich bei der Berufung von Andrew Jennings zum neuen Karstadt-Chef als auch bei der angekündigten Dreiteilung von Karstadt übergangen gefühlt haben. Die Trennung in die Sparten Sport, Premium und klassisches Warenhaus solle „jetzt“ umgesetzt werden, hatte Berggruen jüngst angekündigt. Das Thema sollte am Donnerstag im Aufsichtsrat beraten werden.
Karstadt arbeite „plangemäß Schritt für Schritt“, verkündete Berggruen weiter. Unter Führung von Jennings werde sich der Konzern „weiterhin strategisch und operativ zum Nutzen aller Beteiligten entwickeln“. Handelsexperten sehen dies kritisch: Aus Sicht von Jörg Funder, Professor für Unternehmensführung an der FH Worms, ist Jennings bislang eine zielgerichtete Strategie zur Neuausrichtung der Warenhäuser schuldig geblieben. Jennings Alter und seine fehlenden Deutschkenntnisse deuteten darauf hin, dass er Karstadt nur ein paar Jahre verwalten solle, bis der Konzern filetiert werde könne.
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