Berlin (rtr/ap) - Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für einen Börsengang Ende Oktober trotz der weltweiten Finanzkrise bekräftigt. "Der erste Handelstag ist für den 27. Oktober geplant", erklärte der Konzern in Berlin.
Die Zeichnungsphase für Privatanleger in Deutschland solle am 13. Oktober beginnen. Am selben Tag soll eine internationale Werbetour bei institutionellen Investoren beginnen. "Trotz der angespannten Situation an den internationalen Finanzmärkten gehen wir zuversichtlich in die heiße Phase des Börsengangs, denn aus unseren bisherigen Gesprächen mit Investoren haben wir eine Vielzahl erfreulicher Rückmeldungen erhalten", betonte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.
Die Aktien der Börsentochter DB Mobility Logistics sollen im regulierten Markt (Prime Stadard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Dies gilt als Voraussetzung für einen möglichen späteren Aufstieg in die Indizes MDAX oder DAX.
Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor berichtet, der Bund müsse wegen der Finanzkrise Abstriche beim Börsenerlös des letzten großen Staatskonzerns machen und könne nur noch mit Einnahmen von vier bis 4,5 Milliarden Euro rechnen.
Auch Experten rechnen inzwischen nur noch mit einem Ertrag von vier bis fünf Milliarden Euro. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte einst von einem Emissionserlös von bis zu acht Milliarden Euro gesprochen.
Dem Zeitungsbericht zufolge wollen die zwölf Banken, die den Börsengang begleiten, am Wochenende ihre Analysen zur Unternehmensbewertung vorlegen. Nach Informationen des Blatts werden die zum Verkauf stehenden 24,9 Prozent in einer Spanne von 4,7 bis 5,3 Milliarden Euro taxiert. Die russische Staatsbahn hat bereits mitgeteilt, mit bis zu fünf Prozent bei der Deutschen Bahn einsteigen zu wollen.
Der aus der Kapitalerhöhung stammende Teil der Erlöse des geplanten Börsengangs solle vor allem für das geplante weitere organische und externe Wachstum des DB ML-Konzerns verwendet werden. Die Erlöse sollen nach bisherigen Plänen zu je einem Drittel der Kapitalerhöhung, dem Staatshaushalt und der Schieneninfrastruktur in Form eines Investitionsprogramms des Verkehrsministeriums zugute kommen.
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