Geschafft. Zumindest die Anleger in den USA und England haben den schrecklichen Mai hinter sich. Dort bleiben die Börsen heute geschlossen. Sell in May and go away, heißt eine uralte Börsenweisheit, die sich mal wieder eindrucksvoll bestätigt hat: Es war für den Dow Jones mit einem Minus von 7,9 Prozent der schlimmste Mai seit 1940! In Kontinentaleuropa stehen die Chancen gut, dass der letzte Tag im Mai der schlechten Performance alle Ehre macht.
Denn die Ratingagentur Fitch hat am Freitag nach Börsenschluss in Europa nun auch Spanien die Top-Bonitätsnote, das AAA, weggenommen. Frei nach Erich Kästner hat sich diese Ratingagentur wie ein Kamel benommen, das das Gras, das gerade über eine olle Sache gewachsen ist, wieder runtergefressen hat.
Die Ratingherabstufung hat sofort die Kurse in Amerika abstürzen lassen und dürfte die Euro-Krise auch in der neuen Woche befeuern. Dabei hatten die Chinesen sich so vorbildlich verhalten. Ausgestattet mit dem größten Devisenbesitz der Welt hatte Peking Mitte der Woche Gerüchten widersprochen, die Anlagen in Euro würden überprüft. Das Dementi der Chinesen war so überzeugend, dass Aktien und Euro sich deutlich erholen konnten.
Damit ist es vorbei. Die Schwierigkeiten des spanischen Immobilienmarktes und seiner Banken werden die Woche auf dieser Seite des Atlantiks prägen. In den USA werden zwei vielbeachtete Konjunkturdaten den nervösen Anlegern Orientierung geben: Der Einkäufer-Index und die Beschäftigungsdaten. Zeichnet sich die allseits befürchtete weltweite Konjunkturabkühlung schon ab? Sollte das so sein, dann wird auch der Juni so wenig Spaß machen wie der Mai.
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