Er soll das neue Herzstück des Regionalverkehrs der Deutschen Bahn werden - doch Hersteller Bombardier kann den in Brandenburg produzierten Zug namens "Talent 2" noch immer nicht liefern.
Zwar gebe es bereits fertig produzierte Züge - diese seien aber noch nicht vom Eisenbahn-Bundesamt zugelassen, sagte Bombardiersprecher Heiner Spannuth in Berlin. Während des laufenden Zulassungsverfahrens sei eine neue Sicherheitsrichtlinie eingeführt worden. Diese sehe mehr Gutachten und Tests für Zugteile wie Bremsen, Türen und Stromabnehmer vor.
Betroffen von den Verzögerungen bei der Auslieferung sind unter anderem die Regionalstrecke zwischen Cottbus und Leipzig sowie die Moseltalbahn. Dort sollten die neuen Züge bereits seit Monaten fahren. "Schnellstmöglich wollen wir ausliefern", betonte Spannuth. Einen konkreten Termin konnte er aber nicht nennen.
Das Eisenbahn-Bundesamt verwies indes auf "offene Punkte" beim Zulassungsverfahren: Bombardier müsse noch Unterlagen nachliefern, sagte ein Sprecher. "Wir können keine Prognose stellen, wann die Zulassung erfolgt." Der Termin liege derzeit in den Händen des Herstellers.
Der "Talent 2" soll eigentlich im Dezember als Rhein-Sieg-Express in Nordrhein-Westfalen und als S-Bahn in Nürnberg starten. Doch eine eigentlich ab Juni geplante Schulung von Lokführern verzögert sich. "Wir müssen noch Software anpassen", sagte der Bombardiersprecher. Dennoch peile man weiterhin den Betriebsstart für Dezember 2010 an: "Die Produktion läuft nach Plan."
Zum aktuellen Stand will die Bahn noch informieren. Vorher wollte sie sich nicht zum Thema "Talent 2" äußern.
Im Jahr 2007 hatten Bahn und Bombardier einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 321 Zügen im Wert von 1,2 Milliarden Euro geschlossen. Ob der Hersteller wegen der verspäteten Auslieferung des "Talent 2" eine Strafe zahlen muss, sagte Sprecher Spannuth nicht. "Zu Vertragsdetails äußern wir uns nicht." (dpa)
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