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Bonus-Debatte: BMW will gerechter bezahlen

Einmal mehr hat BMW die Nase vorn. Die Münchner setzen nicht nur beim CO2-Ausstoß Maßstäbe, sondern beschreiten nun auch beim Thema Vergütung einen neuen Weg. Betroffen sind die Top-Manager. Von Tobias Schwab

BMW-Angestellte arbeiten im Werk in Regensburg an einem Fahrzeug. Der bayrische Autobauer will die Gehälter seiner Topmanager an die Lohnentwicklung der Arbeiter koppeln.
BMW-Angestellte arbeiten im Werk in Regensburg an einem Fahrzeug. Der bayrische Autobauer will die Gehälter seiner Topmanager an die Lohnentwicklung der Arbeiter koppeln.
Foto: Foto: dpa

BMW hat - wieder einmal - die Nase vorn. Die Münchner setzen nicht nur beim CO2-Ausstoß Maßstäbe, haben die Emissionen ihrer Flotte viel stärker reduziert als die Luxus-Konkurrenz. Auch beim Thema Vergütung fährt der Autobauer jetzt voran. Als erstes großes Dax-Unternehmen koppelt BMW den erfolgsabhängigen Teil der Bezüge von Topmanagern an die Entlohnung der Fabrikarbeiter. Für Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, ist das "ein wichtiges Zeichen für die Kultur in einem Unternehmen", beispielhaft auch für andere Konzerne. Denn die Einkünfte von Facharbeitern und Managern haben sich nicht nur in der Automobilbranche in den vergangenen 30 Jahren dramatisch auseinanderentwickelt.

Die Vergütung wird bei BMW künftig nach einer Formel errechnet, "die für alle unterhalb der Vorstandsebene gilt", erläutert BMW-Sprecher Michael Rebstock. Bislang wurden diverse Gehaltsbestandteile je nach Hierarchiestufe nach unterschiedlichen Kriterien bestimmt. Maßgeblich für die Formel seien das Konzernergebnis und die Umsatzrendite.

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BMW wolle sicherstellen, "dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet", erklärte BMW-Personalvorstand Harald Krüger am Wochenende in einem Interview. Künftig, so BMW-Sprecher Rebstock zur FR, solle sich der Anteil, der vom Erfolg abhängig ist, bei Top-Leuten und den Beschäftigten am Band "im Gleichklang entwickleln". Nicht nur das: In schlechten Zeiten soll die Vergütungsformel sogar dazu führen, dass Manager deutlich höhere Einbußen hinnehmen müssen als Beschäftigte in der Fabrik.

IW-Experte Lesch: "Neiddebatte kurzfristig entschärft"

Mit Boni-Exzessen hat BMW im Unterschied zu Banken zwar bislang keine Schlagzeilen gemacht. Dennoch sieht sich die Konzernführung in der Pflicht. Das Prinzip Nachhaltigkeit gelte für alle Unternehmensfelder - beim Thema Schadstoffausstoß ebenso wie bei der erfolgsabhängigen Vergütung, sagt BMW-Sprecher Rebstock.

Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält es für eine "gute Idee", die erfolgsabhängige Vergütung in einem Unternehmen zu harmonisieren. "Das entschärft kurzfristig die Neidbebatte." Langfristige könne es aber problematisch sein, wenn andere Firmen nicht mitziehen. Wer Topleute binden wolle, müsse unter Umständen auch mit üppigen Vergütungsversprechen im Erfolgsfall locken.

Im Branchenvergleich war BMW bei der Entlohnung von Managern freilich noch nie top. "Spitzenleute können bei der Konkurrenz gut das Zwei- bis Dreifache verdienen", sagt Matthias Jena, Sprecher der IG Metall Bayern. Eine vergleichsweise moderate Vergütung bis in den Vorstand hinein habe bei BMW eine lange Tradition. Darauf hätten schon die Eigentümerfamilie Quandt und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat geachtet."Wir haben intrinsisch motivierte Mitarbeiter und keine Leute, denen man ständig eine Karotte vor die Nase halten muss, damit sie sich bewegen", lobt Personalvorstand Krüger die BMW-Belegschaft.

Dass für deren Treue zum Unternehmen auch andere als nur pekuniäre Werte zählen, weiß auch IG-Metall-Sprecher Jena. Da spiele auch die hohe Arbeitsplatzsicherheit eine Rolle. "Und bestimmt auch ein bisschen Stolz, für diese Marke zu arbeiten."

Ob Stolz auch in BMW-Vorstandskreisen mehr wiegt als ein immer dickeres Gehaltskonto - darüber ist bei BMW nichts zu erfahren. "Es ist Sache des Aufsichtsrates, über die Vergütung der Vorstände zu befinden", heißt es in der Pressestelle.

Autor:  Tobias Schwab
Datum:  25 | 10 | 2009
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