Bremen. Hafenumschlagsbetriebe und Gewerkschafter im Land Bremen haben mit Unterstützung der Arbeitsagentur und der Politik eine Art Solidarpakt ausgehandelt: Der Gesamthafenbetriebsverein (GHB) - ein Arbeitnehmerpool, der die Schwankungen beim Personalbedarf der Hafenbetriebe ausgleicht und zum Jahreswechsel noch 2700 Menschen beschäftigte - entlässt in diesem Jahr nicht 1400 bis 1600, sondern "nur" noch gut tausend Leute, darunter alle 800 befristet Beschäftigten.
Möglich wurde der geringere Stellenabbau durch die Bereitschaft der Hafenbetriebe, auf jegliche Überstunden für ihr eigenes Personal zu verzichten und teilweise mehr Kurzarbeit zu beantragen, als für sie selbst nötig wäre.
Durch diesen Solidarbeitrag soll Arbeit für einen Teil der GHB-Beschäftigten geschaffen werden, die sonst entlassen werden müssten. Außerdem zahlen die Betriebe künftig mehr in eine Garantielohnkasse ein, aus der die GHB-Beschäftigten auch dann ihren Tariflohn erhalten, wenn sie gerade nicht im Hafen gebraucht werden.
Der Initiator dieser konzertierten Aktion, der SPD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, Uwe Beckmeyer, lobte das "solide Ergebnis" der Verhandlungen: Die noch vorhandene Arbeit werde "solidarisch verteilt auf die Hafenbetriebe und den GHB".
Keine Dividende für Bremen
Der ebenfalls an den Gesprächen beteiligte Wirtschaftssenator Ralf Nagel (SPD) sagte, der Beitrag der Stadt Bremen bestehe darin, dass sie auf Dividende der an der Vereinbarung ebenfalls beteiligten städtischen Umschlagsfirma BLG verzichte. Für die 200 trotzdem zu entlassenden Festangestellten erwägt die Arbeitsagentur, eine Qualifizierungsgesellschaft zu gründen. Für die 800 befristet Beschäftigten will die Agentur nach individuellen Lösungen suchen, wie der Bremer Behördenchef Hans-Uwe Stern sagte.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.