Frankfurt a.M. Der britische Ölmulti BP schreibt schwarze Zahlen. Das hindert ihn aber nicht daran, Stellen abzubauen: Rund 600 Arbeitsplätze will BP trotz Milliardengewinns in Deutschland streichen. "Gemeinsam versuchen wir alles, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, aber noch können wir sie nicht garantieren", sagte der Vorstandschef der Deutschen BP, Uwe Franke, zu den Plänen den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe.
Von den rund 1200 Arbeitsplätzen in der Bochumer Hauptverwaltung sollen demnach 200 Stellen in ein neues europäisches Dienstleistungszentrum nach Budapest verlagert werden. In der Gelsenkirchener Raffinerie sollten 340 von bislang 2060 Stellen wegfallen. Zudem seien in Hamburg demnach 50 und in Mönchengladbach zehn Arbeitsplätze betroffen.
Zwar erwarte das Unternehmen trotz der Wirtschaftskrise in diesem Jahr schwarze Zahlen, sagte Franke. Aber man dürfe in guten Jahren nicht mit der Kostendisziplin warten, bis man in den roten Zahlen sei. Zum BP-Konzern gehört die Tankstellenkette Aral, die in Deutschland mit rund 2500 Stationen und einem Anteil von 23 Prozent Marktführer ist.
BP hatte am Dienstag für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von knapp fünf Milliarden Dollar ausgewiesen. Damit halbierte sich das Ergebnis zwar, dank des Sparkurses lag es aber um fast 50 Prozent über den Expertenerwartungen.
Die Börse reagierte mit einem Kursanstieg auf die unerwartet positiven Zahlen, die Aktie kletterte zeitweise um fünf Prozent nach oben. Analysten hatten wegen der Wirtschaftskrise und des niedrigen Ölpreises mit einem viel stärkeren Gewinneinbruch gerechnet.
BP-Chef Tony Hayward hatte Anfang des Jahres ein Sparprogramm aufgelegt, mit dem die Kosten bis Ende 2009 um zwei Milliarden Dollar sinken sollten. Weil das Sparziel bereits erreicht ist, hat er eine neue Divise ausgegeben: Nun sollen die Ausgaben bis Ende des Jahres um vier Milliarden Dollar gegenüber 2008 reduziert werden. (rtr/jma)
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