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Ein-Euro-Jobs: Bundesagentur bedauert Kürzungen

In Ostdeutschland sei die Nachfrage nach Ein-Euro-Jobs deutlich größer als das Angebot, sagt BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Die geplante Streichung vieler dieser Maßnahmen werde die soziale Lage vieler Langzeitarbeitsloser weiter verschlechtern.

Berlin/Nürnberg –  

Die geplante Streichung zahlreicher Ein-Euro-Jobs im kommenden Jahr stößt in der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Kritik. Auch wenn die Arbeitslosenstatistik dadurch möglicherweise „noch etwas ehrlicher“ werde, werde sich die soziale Lage vieler Langzeitarbeitsloser verschlechtern, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt der Zeitschrift „Super Illu“ laut einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview. Alt wies zugleich Einwände zurück, wonach die Ein-Euro-Jobs häufig eine billige Konkurrenz für reguläre Jobs sind, nur wenige Erwerbslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt bringen und darum gänzlich abgeschafft werden sollten.

Alt hob hervor, die Ein-Euro-Jobs könnten durchaus ein sinnvolles Angebot für diejenigen sein, denen die BA derzeit keine reguläre Beschäftigung anbieten könne. Gerade in Ostdeutschland sei die Nachfrage nach Ein-Euro-Jobs deutlich größer als das Angebot. Derzeit biete die Arbeitsagentur etwa 280.000 dieser Arbeitsgelegenheiten an. „Aber da nächstes Jahr aufgrund des Haushaltsansatzes der Bundesregierung weniger Geld dafür zur Verfügung steht, werden es 2011 schätzungsweise ein Drittel weniger Stellen sein.“

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt insgesamt beurteilte Alt zwar optimistisch: Die Langzeitarbeitslosigkeit sei gegenüber dem Vorjahr um immerhin zehn Prozent zurückgegangen, vor allem unter jungen Leuten sei kaum jemand länger als sechs Monate arbeitslos. „Aber das ist noch kein Grund, Hurra zu schreien. Denn wir haben immer noch 900.000 Langzeitarbeitslose.“ Für einen Teil dieser Menschen werde es auch bei anhaltend guter Konjunktur keinen dauerhaften Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt geben, sagte Alt. (afp)

Datum:  21 | 11 | 2010
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