Peking. Nach dem gewaltsamen Tod eines Managers will die chinesische Stahlfirma Tonghua Iron and Steel auf geplante Massenentlassungen verzichten. Während eines Protests von 30.000 Stahlarbeitern im Nordosten Chinas gegen die geplante Übernahme ihres Werkes war der Manager abgegriffen und erschlagen worden.
Hunderte Menschen wurden verletzt. Lokale Regierungsbeamte in Tonghua kündigten an, die Pläne eines Umbaus des staatlichen Stahlwerks durch den Konkurrenten Jianlong würden "auf Dauer zurückgestellt", wie die Zeitung "China Daily" berichtete. Jianlong hält seit 2005 insgesamt 49 Prozent der Anteile an Tonghua und erhöhte den Anteil kürzlich auf 51 Prozent.
Staatliche Medien berichteten, an den Protesten hätten sich nur 3000 Arbeiter beteiligt.
Der Manager habe die Arbeiter erzürnt, indem er ihnen sagte, die meisten von ihnen würden in den kommenden Tagen entlassen, sagte eine Polizistin der Zeitung zufolge. Der Mann habe angekündigt, dass die Gesamtzahl von 30.000 Mitarbeitern auf 5000 sinken solle, sagte sie. Die Arbeiter schlugen den Manager und verhinderten, dass Krankenwagen und Polizei zu ihm gelangten.
Die Wut der Stahlarbeiter richtete sich auch dagegen, dass Jianlong-Manager im vergangenen Jahr bis zu drei Millionen Yuan (308.000 Euro) verdienten, Ruheständler aber nur 200 Yuan (20 Euro) im Monat erhielten.
Die Unruhen erklären sich aus dem Versuch Pekings, die überwiegend staatliche Stahlindustrie durch Zusammenschlüsse zu modernisieren. (dpa)
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