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04. Januar 2016

China: Börsencrash zieht Dax nach unten

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Der Handel an den großen chinesischen Börsen wird für den ganzen Tag ausgesetzt.  Foto: REUTERS

Nach einem drastischen Einbruch am chinesischen Aktienmarkt setzen die Behörden für den gesamten Tag den Handel aus. Die Ereignisse lassen auch den Dax einbrechen.

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Peking/Berlin –  

Ein Börsencrash in China hat in Deutschland die Aktienkurse zu Jahresbeginn einbrechen lassen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) startete mit einem Minus von über drei Prozent und weitete die Verluste im weiteren Handelsverlauf auf zeitweise fast fünf Prozent aus. Das ist der massivste Kursrutsch seit dem 24. August, den ebenfalls die Furcht vor einer Krise in China ausgelöst hatte.

Diesmal wurde in der Volksrepublik der Handel an den Börsen ausgesetzt, weil der Leitindex CSI300 um über sieben Prozent absackte. Am ersten möglichen Tag griff der neue Mechanismus, der bei starken Verlusten automatisch einen Handelsstopp für den Rest des Tages auslöst. Schon am Vormittag war das Geschehen auf dem Parkett zum Stillstand gekommen, als die Rechner zunächst eine viertelstündige Pause verordnet haben. „Als diese Sicherung durchgebrannt ist, war Panik die Folge“, was letztlich zum vollständigen Stopp geführt hat, sagt Analyst Gu Yongtao von Cinda Securities der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Alle wollten nur noch zu den Ausgängen.“

Der chinesische Aktienmarkt hat bereits ein turbulentes 2015 hinter sich. Im Sommer waren die Kurse 40 Prozent heruntergegangen. Das hat Investoren und Wirtschaftspolitikern erhebliche Sorgen bereitet, weshalb die Marktaufsicht im Dezember die neue Notbremse eingeführt hat. Dass sie gleich zu Jahresbeginn zum Einsatz kommen würde, ahnte da noch keiner. Börsenexperten hatten nach dem Ausverkauf der vergangenen Monate eher auf eine Erholung gehofft.

Auslöser des Kursbebens waren schlechte Wirtschaftsdaten. Ein Stimmungsbarometer wies am Wochenende auf zunehmenden Pessimismus in den Unternehmen und eine Flaute besonders in der Industrie hin. Am vergangenen Freitag hatte eine Umfrage unter großen Staatsunternehmen ebenfalls vor einer Verschlechterung der Lage gewarnt.

Peking konnte Kursrutsch nur verzögern

Zusätzliche Verunsicherung löste die Furcht vor weiteren Großverkäufen von Freitag an aus. Dann endet die mehrmonatige Halteperiode, die die Aktienaufsicht am 8. Juli verhängt hatte: Großaktionäre durften ihre Pakete von Anteilsscheinen für ein volles halbes Jahr nicht abstoßen. Peking wollte damit das Abrutschen der Kurse stoppen. Nun stellt sich heraus, dass die Kontrolleure es nur verzögert haben. Für die kommenden Tage sagen Experten in der Mehrzahl weiter viele Minuszeichen auf den Kurstafeln in Shanghai voraus.

All das verheißt nichts Gutes für das Wirtschaftsgeschehen in China und weltweit. Nach einer kreditfinanzierten Wachstums-Party bis 2013 holpert inzwischen die Konjunktur in der Volksrepublik. Das Wachstum wird 2016 voraussichtlich nur sieben Prozent erreichen, nur halb so viel wie noch 2007.

Die Probleme in Fernost bremsen auch die deutsche Wirtschaft. „Die nachlassende Dynamik in China belastet die Weltkonjunktur“, sagt Christian Heger, Geldanlage-Chef bei HSBC Global Asset Management. „Der für 2016 erwartete Anstieg der Unternehmensgewinne in den Industrieländern steht auf wackligen Beinen.“ Die Schwellenländer zeigen jetzt schon die geringsten Wachstumsraten seit 2009. Ihre Volkswirtschaften haben im vergangenen Jahr lediglich um vier Prozent zugelegt.

Von deutschen Firmen in China ist praktisch übereinstimmend zu hören, dass die große Party vorbei ist – der Markt ist normaler geworden. Alle Unternehmen müssen sich nun mehr Mühe geben, gute Preise anzubieten, um im Wettbewerb zu bestehen. Vorher hatte das Turbo-Wachstum auch Ineffizienz zugelassen.

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