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Chinesischer Autobauer: Chinesen bei Saab und Volvo am Drücker

Der schwedische Autohersteller Volvo wird vom US-Konzern Ford an Geely in China verkauft. Demnach will Ford die defizitäre Tochter vollständig abgeben. Die Zukunft von Volvos Produktionsstandorten ist ungewiss. Von B. Bartsch und H. Gamillscheg

Logo des chinesischen Autobauers Geely - in Deutschland noch ein seltener Anblick.
Logo des chinesischen Autobauers Geely - in Deutschland noch ein seltener Anblick.
Foto: dpa

Peking. Schwedens Automobilindustrie wird chinesisch: Sowohl Volvo als auch Teile von Saab werden künftig unter der Kontrolle chinesischer Automobilkonzerne stehen - verkauft von den US-Giganten Ford und GM, die mit ihren schwedischen Töchtern nicht zurecht kamen.

Volvos US-Mutterkonzern Ford erklärte, dass ein Verkauf an den privaten chinesischen Fahrzeughersteller Geely weitgehend fertig ausgehandelt sei. "Bei allen entscheidenden geschäftlichen Bedingungen für den potenziellen Verkauf der Volvo Car Corporation herrscht Einigkeit", heißt es in einer Mitteilung. Details der Finanzierung sowie die Zustimmung der Regierungen stünden allerdings noch aus. Der Verkauf werde voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2010 abgewickelt, hieß es. Als Kaufpreis werden inoffiziell 15 Milliarden Kronen (etwa 1,4 Milliarden Euro) genannt - weniger als ein Drittel von den 50 Milliarden, die Ford vor zehn Jahren für die schwedische Tochter zu zahlen hatte. Wie der Zugriff auf Volvos Patente geregelt ist, bleibt noch im Dunkeln. Die Amerikaner verwenden die schwedische Technologie inzwischen auch bei ihren Kernmarken Ford, Lincoln und Mercury. Geely, ein 1986 als Kühlschrankhersteller gegründetes Unternehmen aus der südchinesischen Provinz Zhejiang, will die Produktion in Schweden offenbar zunächst weiter betreiben. Volvo werde weiterhin "den Trend der weltweiten Autotechnologie zu mehr Sicherheit und Umweltschutz anführen und seinen einzigartigen Wettbewerbsvorteil im chinesischen Markt ausbauen", heißt es in einer Presseerklärung.

Spezial: Autobauer

Chrysler und GM schlingern, Opel braucht Hilfe. Porsche und VW kämpfen lange gegen- statt miteinander. Zulieferer leiden mit. Viele Jobs wackeln. Spezial: Krise der Autobauer

Fords amerikanischer Hauptkonkurrent GM hat derweil entschieden, Teile der Technologie und Produktionslinien seiner Tochter Saab für 200 Millionen Dollar an den staatlichen Autobauer Beijing Automotive (BAIC) abzugeben. Chinas fünftgrößter Fahrzeughersteller, der bereits Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler und Hyundai betreibt, will nun die Entwicklung eigener Fahrzeuge vorantreiben.

BAIC-Vorstandschef Xu Heyi erklärte am Mittwoch, mit dem Kauf von Saabs Patenten, insbesondere für die Motor- und Getriebetechnologie der Modelle 9-3 und 9-5, könne man die Entwicklungsdauer für eigene Autos um vier bis fünf Jahr verkürzen. In den kommenden drei Jahren wollen die Chinesen 4,8 Milliarden Dollar in Fahrzeugentwicklung und -produktion investieren. Der Staatsbetrieb bemüht sich seit Jahren um den Kauf von ausländischem Autobau-Knowhow und hatte unter anderem auch Interesse an Opel bekundet.

Den Markennahmen Saab kann BAIC nicht übernehmen, weil an diesem auch der schwedische Rüstungskonzern Saab sowie der Lastwagenhersteller Scania Rechte halten. Im südschwedischen Trollhättan stehen die Arbeitsplätze von 3400 Saab-Beschäftigten vor der Abwicklung. Auch bei Zulieferern müssen 8000 Menschen um ihre Jobs bangen. GM war 1990 bei Saab eingestiegen und hatte das Unternehmen zehn Jahre später ganz übernommen. Allerdings blieb der schwedische Nischenkonzern ein Verlustgeschäft. Dieses Jahr waren nur noch 30000 Saabs produziert worden, ein Drittel so viel wie im Vorjahr.

Autor:  Bernhard Bartsch und Hannes Gamillscheg
Datum:  22 | 12 | 2009
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