Seit zwei Jahren nun ist der Staat an der Commerzbank (Coba) beteiligt. Die beiden bilden eine Art Zweckgemeinschaft, ein Bratkartoffelverhältnis, in dem man sich nur bedingt mag aber in Krisenzeiten braucht. Kein Wunder, dass die Commerzbank offenkundig so schnell wie möglich raus aus den Kartoffeln will. Gerüchte, die in jene Richtung weisen, werden gern diskutiert.
Dabei hat die Diskussion nicht die Commerzbank sondern Finanzminister Wolfgang Schäuble angestoßen, als er vor ein paar Tagen anmerkte, die Coba könne recht bald ohne Staat zurecht kommen. Anlass genug für ein Rauschen im Blätterwald. Trotz eines Dementis aus Deutschlands höchstem Bankenturm hält sich das Gerücht, die Coba wolle über den Verkauf neuer Aktien den staatlichen Anteil um fünf Milliarden Euro drücken.
Ein solcher Schritt ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich. Bei den aktuellen Commerzbank-Kursen knapp über sechs Euro müsste die Coba mehr Aktien herausgeben als sie eigentlich darf. Und dann ist auch noch die Frage, ob die Anleger zugreifen, nachdem die Commerzbank gerade mal in die Gewinnzone zurückgekehrt ist und das Geldhaus zudem bei einer schwarzen Bilanz Zinsen auf die stille Beteiligung des Bundes zahlen muss.
Für den Staat ist das ein gutes Geschäft, wenn er sich über Anleihen das Geld für zwei Prozent Zinsen leiht und bei der Commerzbank neun Prozent kassiert. Beim Bürger ist es aber nicht populär, und so ist es gut möglich, dass man bei den Kartoffeln bleibt, ohne sich zu offenkundig wohlzufühlen.
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