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07. November 2012

Commerzbank mit Sparplänen: Commerzbank: 6000 Stellen in Gefahr

Commerzbank-Chef Martin Blessing.Foto: dpa

Laut eines Berichts will die Commerzbank bis zu 6000 Stellen streichen. Der Konzern stellt am morgigen Donnerstag seine neue Strategie vor. Demnach könnte der Sparplan härter ausfallen, als bislang vermutet wird.

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Die Commerzbank könnte einem Zeitungsbericht zufolge in den kommenden Jahren mehrere tausend Stellen streichen. 5000 bis 6000 Arbeitsplätze seien bedroht, berichtete die Wochenzeitung „Die Zeit“ unter Berufung auf Kenner der Situation. Demnach will das Institut am Donnerstag bei einem Anlegertag am Donnerstag in Frankfurt am Main Sparpläne verkünden, die härter ausfallen als bislang vermutet. Deutschlands zweitgrößte Bank wolle bis 2016 Kosten in Milliardenhöhe sparen, quer durch die Abteilungen. Die Commerzbank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Zwar werde das Management um Commerzbank-Chef Martin Blessing am Donnerstag voraussichtlich noch keine genauen Zahlen zum Stellenabbau nennen, berichtete die Zeitung. Zunächst stünden noch Gespräche mit Arbeitnehmervertretern an. „Kenner bestätigen Kalkulationen, denen zufolge rund zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sein könnten“, hieß es in dem Bericht. Zur Jahresmitte arbeiteten über 56.200 Menschen für die Commerzbank.

Zuletzt war von einem Stellenabbau vor allem im Geschäft mit Privatkunden die Rede. Dem Bericht zufolge sollen nun aber viele Stellen auch in zentralen Verwaltungsabteilungen wegfallen. Die Commerzbank hat seit der Fusion mit der Dresdner Bank bereits rund 9000 Arbeitsplätze gestrichen. In der ehemaligen Eurohypo, die in den nächsten Jahren abgewickelt werden soll, wird in Finanzkreisen die Streichung von bis zu tausend Stellen erwartet.

Die Commerzbank wird mit einem Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie staatlich kontrolliert. Das Institut war in der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise massiv in Bedrängnis geraten und deswegen teilverstaatlicht worden.

Privatkunden bringen kaum Gewinn

Dem „Zeit“-Bericht zufolge wird die zweitgrößte deutsche Bank am Donnerstag auch ein Ziel für die Eigenkapitalrendite 2016 ausgeben. Zudem würden Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe im Privatkundengeschäft verkündet. Diese Sparte mit elf Millionen Kunden und mehr als 16.000 Mitarbeitern ist derzeit die größte Baustelle. Die Bank verdient auch vier Jahre nach der Fusion mit der Dresdner hier noch immer kaum Geld. Kritiker monieren schon länger, die Filialen müssten flexiblere Öffnungszeiten bekommen und das in die Jahre gekommene Online-Banking dringend aufgepeppt werden. „Das Kostenniveau ist sehr hoch, die IT-Plattform völlig veraltet und den Zielkunden hat man nie klar definiert“, schimpft einer der zehn größten Aktionäre, dem allmählich die Geduld ausgeht.

Eine weitere Baustelle ist die interne „Bad Bank“: Dort lagern nach dem Komplettrückzug aus der Staats-, Immobilien- und Schiffsfinanzierung inzwischen Portfolios im Volumen von rund 160 Milliarden Euro - fast ein Drittel der Bilanzsumme. Bis 2016 soll die Abwicklungseinheit um etwa die Hälfte schrumpfen, verlautete unlängst aus Finanzkreisen. Wie genau das passieren soll, ob auch mal Kredite und Anleihen unter Inkaufnahme von Verlusten abgestoßen werden, dazu erhofft sich der Markt am Donnerstag mehr Klarheit. Ein zügiger Abbau würde die Kapitalquote verbessern und das Institut krisenfester machen, denn die Altlasten binden Eigenkapital und sind abschreibungsgefährdet - auch wenn sie nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt werden.

Der Branchenprimus Deutsche Bank hatte im Sommer den Abbau von 1900 Stellen angekündigt. Diese sollen vorwiegend im Investmentbanking gestrichen werden. (afp/rtr)

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