Mehrere tausend Beschäftigte des Autozulieferers Continental aus Frankreich und Deutschland demonstrieren in Hannover friedlich gegen die Schließung von Werken.
Protest in Hannover gegen Continental.
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Protest in Hannover gegen Continental.
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Hannover. Mehrere tausend Beschäftigte des Autozulieferers Continental aus Frankreich und Deutschland haben in Hannover friedlich gegen die Schließung von Werken demonstriert. In einer Kundgebung vor dem Kongresszentrum, in dem zeitgleich die Hauptversammlung von Continental begann, forderten Redner aus beiden Ländern den Verzicht auf die Schließung der Werke in Stöcken bei Hannover und im französischen Clairoix.
Rund 1200 Beschäftigte aus Frankreich waren am Morgen mit einem Sonderzug in Hannover angekommen. Die Gewerkschaft IG BCE als Veranstalter sprach von insgesamt über 3000 Teilnehmern, die Polizei von rund 2000.
In Clairoix will Conti rund 1200 und in Stöcken 700 Stellen abbauen und die Produktion komplett einstellen. Xavier Matthieu von der französischen Gewerkschaft CGT hob als Redner hervor, erstmals kämpften Arbeitnehmer aus beiden Ländern Seite an Seite: "Wir haben die Abgeschiedenheit, in der wir krepieren sollten, überwunden."
Den Vorstand bezeichnete er als "kriminelle Bande". Die Arbeitnehmer seien "in ihrer Wut und Entschlossenheit vereint, ihre Rechte bis zum Schluss zu verteidigen".
Internationaler Protest bei Continental in Hannover
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Internationaler Protest bei Continental in Hannover
Bei einer Kundgebung fordern Redner aus beiden Ländern den Verzicht auf die Schließung der Werke in Stöcken bei Hannover und im französischen Clairoix.
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Die Jobsituation der Arbeiter ist kritisch, denn in Clairoix will Conti rund 1200 und in Stöcken 700 Stellen abbauen und die Produktion komplett einstellen. Die Gewerkschaft spricht von insgesamt über 3000 Teilnehmern.
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Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann (r) bekräftigt vor
den Aktionären die Notwendigkeit, angesichts der "beispiellosen
Marktschwäche"" bei Reifen beide Werke zu schließen: "Unser Haus ist
zu groß, wir müssen unsere Kapazitäten an den tatsächlichen Bedarf
der kommenden Jahre anpassen".
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Als der Name von Maria-Elisabeth Schaeffler zum ersten Mal fällt, herrscht eisiges Schweigen auf der Hauptversammlung des Autozulieferers. Kaum eine Hand rührt sich zum Applaus. Die umstrittene Eigentümerin hat keinen leichten Stand.
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Dieser Arbeiter rollt einen Reifen zur Kundgebung. Der Konzern soll seit Beginn der Krise bis heute weltweit schon rund 14.000 Arbeitsplätze abgebaut haben.
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Rund 1200 französische Conti-Arbeiter machen sind am Morgen in einem Sonderzug auf den Weg zur Hauptversammlung in Hannover. Sie wollen gemeinsam mit den deutschen Arbeitern demonstrieren.
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In Frankreich hatten Conti-Arbeiter zuvor aus Wut über den Verlust ihrer Arbeitsplätze die Regionalverwaltung in Compiègne gestürmt und Büros verwüstet.
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Als der Zug aus Frankreich in den Bahnhof einfährt, ist die Stimmung fröhlich.
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Für die Großkundgebung werfen sich die Männer ordentlich in Schale. Streikbemalung, Perücke und Tröte fehlen nicht.
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Auch für die musikalische Untermalung der Forderungen ist gesorgt.
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Hier trägt ein Arbeiter einen Grabstein für den Konzern zur Demo.
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Deutsche Arbeiter begrüßen die Franzosen am Bahnhof. Sie freuen sich über ihre Unterstützung in den schwierigen Zeiten.
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Am Morgen verläuft zunächst alles friedlich. Die Polizei begleitet den Demonstrationszug mit einem Großaufgebot.
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Die Polizei verteilt Flugblätter in deutscher und französischer
Sprache mit Hinweisen für die Protestierer. Darauf hieß es unter
anderem, dass das Vermummen und Abrennen von Reifen
verboten ist.
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Conti-Chef Karl-Thomas Neumann erklärt, der Einbruch der Absatzmärkte sei so nachhaltig, dass es viele Jahre dauern werde, bis die Reifenmärkte wieder einnormales Niveau erreicht hätten. Daher gebe es keine
Alternativen zur Schließung der Werke. Die Arbeitnehmer teilen seine Einschätzung nicht. - Sehen Sie dazu auch die Fotostrecke Schaefflers Angriff, Schaefflers Tränen.
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Mehrere tausend Beschäftigte des Autozulieferers Continental aus Frankreich und Deutschland demonstrieren in Hannover friedlich gegen die Schließung von Werken.
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Stuttgart 21
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Schuldenkrise
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Michael Deister vom Betriebsrat in Hannover-Stöcken warf dem Vorstand eine "soziale Bankrotterklärung" vor und warnte das Management des internationalen Autozulieferers, wer den Arbeitnehmern "den Stuhl für die Tür stellt, der provoziert eine Eiszeit".
Auch er verwies auf die neue Geschlossenheit über Grenzen hinweg: Dem Vorstand wird es nicht gelingen, die Belegschaften gegeneinander auszuspielen weder national noch international". Werner Bischoff, Vorstandsmitglied der IG BCE und Conti-Aufsichtsrat, kündigte an, man werde die vom Vorstand beschlossene Schließung zum Aufssichtsratsthema machen.
Zeitgleich bekräftigte Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann vor den Aktionären die Notwendigkeit, angesichts der "beispiellosen Marktschwäche" bei Reifen beide Werke zu schließen: "Unser Haus ist zu groß, wir müssen unsere Kapazitäten an den tatsächlichen Bedarf der kommenden Jahre anpassen".
Seinen Abgaben zufolge hat der Konzern seit Beginn der Krise bis heute weltweit rund 14.000 Arbeitsplätze abgebaut, davon 5000 Leiharbeiter und Zeitarbeitskräfte.
Nach Polizeiangaben gab es bis zum Mittag keine Zwischenfälle, im Umfeld des Kongresszentrums hatte die Polizei zahlreiche Kräfte zusammengezogen. Schon bei Eintreffen des Sonderzuges aus Frankreich hatte die Polizei an die Teilnehmer Flugblätter verteilt, in denen sie nicht nur herzlich begrüßt wurden sondern auch die Ermahnung erhielten, keine Reifen anzuzünden.
In Frankreich hatten aufgebrachte Mitarbeiter des Reifenherstellers am Dienstag mehrere Räume einer Behörde und das Wachhäuschen ihrer Fabrik verwüstet, nachdem ein Gericht ihre Klage gegen die bevorstehende Werksschließung abgewiesen hatte. (afp)