Daimler will mit dem Einstieg von Abu Dhabi vor allem die Entwicklung spritsparender Fahrzeuge und Elektroautos vorantreiben. Dem Unternehmen fließen aus dem Emirat knapp zwei Milliarden Euro zu. Abu Dhabi ist nun mit 9,1 Prozent an dem Stuttgarter Autobauer beteiligt. Zusammen mit Kuwait, das seit 1974 bei dem Autobauer engagiert ist, halten arabische Investoren nach der Kapitalerhöhung 16 Prozent an dem schwäbischen Unternehmen.
Die Investmentgesellschaft Aabar aus Abu Dhabi will sich langfristig bei Daimler engagieren und sei nicht auf das schnelle Geld aus, wie Unternehmenschef Khadem Al Qubaisi versicherte. "Wir freuen uns sehr, in Aabar einen neuen Großaktionär begrüßen zu können, der unsere Unternehmensstrategie unterstützt und mit uns gemeinsam strategische Projekte auf den Weg bringt", betonte Daimler-Chef Dieter Zetsche.
Aabar ist ein Staatsfonds, dessen größter Anteilseigner die Ölgesellschaft IPIC ist. Das Unternehmen investiert direkt in unterschiedliche Branchen wie Energie, Infrastruktur, Immobilien, Autos und Finanzdienstleistungen.
Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte dem Sender NDR Info, Daimler habe einen "strategischen Investor gefunden, der ähnlich wie eine Familie Piëch oder eine andere Familie dem Unternehmen langfristig die Treue hält".
Der Staatsfonds habe sich lange umgesehen und sich dann für Daimler entschieden, sagte Al Qubaisi. "Mir gefällt eben Mercedes." Ob der Investor seinen Anteil an Daimler noch aufstocken will, ist derzeit unklar. "Im Moment sind wir mit 9,1 Prozent zufrieden", sagte Al Qubaisi.
Ein potenter Investor kommt für Daimler wie gerufen, da das Unternehmen unter den Folgen der internationalen Finanzkrise leidet. Zudem sind Oberklasse-Fahrzeuge in der aktuellen Umweltdebatte nicht mehr so gefragt. Das Unternehmen hat überdies Milliarden Euro durch die Fehlinvestition in den US-Autobauer Chrysler in den Sand gesetzt, an dem es einst die Mehrheit und nun nur noch eine Minderheit hält. Der Einstieg von Abu Dhabi stärkt die Finanzkraft des Unternehmens wieder. Der Chef von Aabar versicherte, dem Unternehmen nicht ins tägliche Geschäft hineinreden zu wollen. Möglicherweise strebt die Investmentgesellschaft aber einen Sitz im Aufsichtsrat an. mit dpa
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