Er hat gerettet, gestützt, verstaatlicht: Das Desaster, das der freie Markt angerichtet hat, musste der Staat im zurückliegenden Jahr aufräumen: Eine erste Bilanz. Von Robert von Heusinger
Abwrackprämie, Hypo Real Estate, Opel: Der Staat hat sich im Jahr 2009 massiv aber unfreiwillig in die Belange der Wirtschaft eingemischt.
Foto: dpa/ddp
Abwrackprämie, Hypo Real Estate, Opel: Der Staat hat sich im Jahr 2009 massiv aber unfreiwillig in die Belange der Wirtschaft eingemischt.
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Der große Gewinner des Jahres ist der Staat. Er ist in der wirtschaftspolitischen Debatte rehabilitiert. Denn eines ist allen Volkswirten klar, von den wenigen Radikalen abgesehen: Ohne die massiven Konjunkturpakete in China, den USA, Japan aber auch Deutschland, hätte sich die Wirtschaft nicht so rasch gefangen, wäre der Einbruch noch stärker gewesen. Dabei handelt es sich auch so schon um das schlimmste Jahr seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die globale Wirtschaftsleistung schrumpfte laut Internationalem Währungsfonds erstmals - und zwar um gut ein Prozent.
Im Bankenkrisenjahr 2008 mussten die liberalen Ökonomen zähneknirschend zugeben, dass es mit der Effizienz freier Kapitalmärkte nicht weit her ist, ja, dass die Krise vor allem auf die Deregulierung der Kapitalmärkte zurückgeht. Das Scheitern der Neoliberalen brachte die Ordoliberalen zurück ins Spiel: Der Staat muss den Rahmen für die Märkte vorgeben und etwa die Banken stärker regulieren. Da war der Staat zwar schon zurück, jedoch zunächst nur als Rahmensetzer.
2009 nun musste der Staat ran, die Scherben aufkehren, die der ungezügelte Finanzkapitalismus hinterlassen hat. Er musste eingreifen, wie es John Maynard Keynes, der größte Ökonom des 20. Jahrhunderts, in den 30er Jahren begründet hatte. Der Erfolg der Konjunkturprogramme, die teils klassisch auf Investitionen in Infrastruktur setzten wie in China oder ganz trickreich auf zeitlich begrenzte staatliche Prämien wie beim Kauf neuer Autos, zeigt: Der Staat kann es.
Das wussten die Volkswirte, die ihren Keynes studiert hatten, bis in die 70er Jahre. Doch dann kam auf einmal in der Wissenschaft die Theorie der rationalen Erwartungen auf, die darlegte, warum jeglicher Staatseingriff zum Scheitern verurteilt sei: Weil die Menschen rational seien und die Kosten des Eingriffes antizipierend diesen verpuffen lassen würden. Dieser Glaube hat sich endlich als kompletter Irrglaube entpuppt.
Plaßmann karikiert die Finanzkrise
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Plaßmann karikiert die Finanzkrise
Frankfurter Rundschau vom 17. Mai 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 13. Mai 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 15. Mai 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 2. Juni 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 3. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 05. Mai 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 13. Februar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 28. März 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 28. Februar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 22. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 6. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 23. März 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 26. März 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 25 März 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 26. Februar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 3. März 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 16. Februar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 31. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 27. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 26. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 13. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 14. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 12. Januar 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 4. Dezember 2008.
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Frankfurter Rundschau vom 29. November.
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Frankfurter Rundschau vom 27. November.
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Frankfurter Rundschau vom 24. November.
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Frankfurter Rundschau vom 16. April 2009.
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Frankfurter Rundschau vom 19. November 2008
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Frankfurter Rundschau vom 25. Oktober 2008.
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Frankfurter Rundschau vom 6. November 2008.
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Frankfurter Rundschau vom 23. Oktober 2008.
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Machtphantasien (FR vom 18.7.2011)
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Die großen Deregulierer - und ihre Sprüche
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Die großen Deregulierer - und ihre Sprüche
Wir zeigen in aufsteigender Reihenfolge, zu wie viel Prozent sich Politiker und Wirtschaftsweise vor der Krise für eine Deregulierung des Marktes ausgesprochen haben.
0,0 Prozent: Grünen-Chefin Claudia Roth:
"Wir fordern die Bundesregierung und die anderen führenden Industrienationen auf, die Transparenzvorschriften bei Hedge Fonds deutlich zu verschärfen, damit die Finanzaufsichtbehörden in der Lage sind, rechtzeitig Fehlentwicklungen zu bemerken."
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0,0 Prozent: Die Linke-Parteichef Oskar Lafontaine:
"Wir brauchen eine Kontrolle des internationalen Kapitalverkehrs, um das Weltspekulationskarussell zu beenden."
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0,0 Prozent: Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Kurz Beck:
"Aber es ist doch klar, dass wir als größtes Wirtschaftsland in Europa und Exportweltmeister uns nicht außerhalb der internationalen Finanztransfers stellen wollen und können."
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22,5 Prozent: SPD-Chef Franz Müntefering:
"Auf Dauer brauchen wir aber sozial akzeptable Regeln, um die Risiken, die sich aus dieser neuen Finanzindustrie ergeben, zu begrenzen..."
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33,3 Prozent: Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers:
Jürgen Rüttgers forderte eine Liberalisierung Hedgefonds und Krankenversicherungen, aber trotzdem einen gesetzlichen Kündigungschutz und eine Regulierung von Managergehältern.
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48,0 Prozent: Arbeitsminister Olaf Scholz:
"Kündigungsschutz, Betriebsverfassung und Mitbestimmung in Unternehmen bleiben, wie sie sind. Sie sind keine Wachstumshemmnisse, sondern stärken die Beschäftigung in Deutschland."
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50,0 Prozent: Umweltminister Sigmar Gabriel:
"Die Mitbestimmung ist ein echtes deutsches Erfolgsmodell."
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50,0 Prozent: Bayrischer Ministerpräsident Horst Seehofer:
"Ansonsten halte ich die Tarifautonomie für ein hohes Gut"
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55,0 Prozent: Finanzminister Peer Steinbrück:
"Eine direkte Regulierung der Hedgefonds ist allerdings auch nicht unbedingt zwingend, wenn sich der indirekte aufsichtsrechtliche Ansatz bewährt, der auf Marktdisziplin baut und beim Risikomanagement der regulierten Geschäftspartner der Hedgefonds ansetzt."
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66,7 Prozent: Ministerpräsident von Niedersachsen Christian Wulff:
"Weniger Staat. Niedrigere Staatsquote, flexibleres Arbeits- und Tarifrecht. Wir brauchen einen Arbeitsmarkt, der den Namen "Markt" verdient."
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70,8 Prozent: Bundeskanzlerin Angela Merkel:
"Sie wissen, ich bin gegen eine gesetzliche Begrenzung von Managergehältern."
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75,0 Prozent: Hessischer Ministerpräsident Roland Koch:
"Wir müssen es den Unternehmen ermöglichen, längere Arbeitszeiten zu vereinbaren und mehr befristete Arbeitsverhältnisse bei Neueinstellungen eingehen zu können."
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81,3 Prozent: Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos:
"Um die Konjunktur zu stützen, brauchen wir Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt."
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87,5 Prozent: Ministerpräsident von Baden Würtemberg Günther Oettinger:
"Wir brauchen weit mehr marktwirtschaftliche Impulse im Gesundheitswesen."
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100,0 Prozent: FDP-Chef Guido Westerwelle:
"Wir werden nach dem Wahlsieg 2006 die Gewerkschaftsfunktionäre entmachten. Wir werden das starre Tarifvertragssystem aufbrechen."
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62,5 Prozent: Wirtschaftsweiser und Ökonom Peter Bofinger:
"Anders als gelegentlich behauptet gehen von den Aktivitäten sowohl der Hedge-Fonds als auch der Private-Equity-Gesellschaften keine wesentlichen Risiken für Unternehmer oder Anleger aus." (Sachverständigenrat-Gutachten 2005, S. 492)
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87,5 Prozent: Ex-Wirtschaftsweiser und Berater der Regierung Bert Rürup:
"Die Politik sollte den Kurs der Liberalisierung und Modernisierung des deutschen Finanzplatzes zügig fortsetzen, um die Chancen von neuen Finanzinstrumenten nutzbar zu machen." (SVR-Gutachten 2005)
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87,5 Prozent: Wirtschaftswissenschaftlerin und Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro:
"Für die Europäische Union sollte früher oder später ein einheitliches Aufsichtssystem geschaffen werden, das sich an den dezentralen Strukturen des Europäischen Systems für Zentralbanken orientieren könnte." (SVR-Gutachten 2007)
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87,5 Prozent: Wirtschaftsweiser und Ökonom Wolfgang Franz:
" Nach den bisherigen Überlegungen scheint solch ein gradueller Wandel hin zu einer privaten Beteiligung an öffentlich-rechtlichen Banken keine Verschlechterung der gegenwärtigen Zielerreichung zu bedeuten. Gleichzeitig würde dies die finanzpolitischen Optionen der Träger erweitern und könnte zu einer Entflechtung von Politik und Bankgeschäft beitragen." (SVR-Gutachten 2004)
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87,5 Prozent: Wirtschaftsweiser Wolfgang Wiegard:
"...dass betriebsbedingte Kündigungen generell zulässig sein sollten und stattdessen ein von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängiger, verbindlicher Abfindungsanspruch gewährt wird." (SVR-Gutachten 2006)
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100,0 Prozent: Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Klaus Zimmermann:
Zimmermann setzte sich vor allem für eine Liberalisierung des Kündigungsschutzes, der Krankenversicherungen und der Zeitarbeit ein.
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100,0 Prozent: Präsident des Ifo-Instituts Hans Werner Sinn:
"Ich sagte schon, dass die Marktwirtschaft nicht nach Gerechtigkeit, sondern nach Knappheit entlohnt. Die deutschen Bezüge sind aus Sicht von Otto Normalverbrauchern hoch, im Vergleich zu den USA und den angelsächsischen Ländern aber eher bescheiden."
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100,0 Prozent: Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Dennis J. Snower:
"Sobald wir anfangen uns abzukapseln - durch Mindestlöhne, erweiterten Kündigungsschutz und ähnliche Schutzmaßnahmen - erdrosseln wir entweder die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen oder zwingen sie, ins Ausland zu flüchten."
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100,0 Prozent: Arbeitsmarktforscher Christoph Schmidt:
Auch Christoph Schmidt sprach sich für eine Deregulierung der Bereiche Kündigungsschutz, Flächentarife und Krankenversicherung aus.
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100,0 Prozent: Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle Ulrich Blum:
Auch Ulrich Blum vom IfWH plädierte für eine Liberalisierung von Krankenversicherungen und Zeitarbeit.
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100,0 Prozent: Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts Thomas Straubhaar:
"Weder strengere Gesetze noch schärfere Kontrollen können menschliches Fehlverhalten und Fehlentscheidungen verhindern. Je mehr Führungskräfte durch Gesetze gebunden und geknebelt werden, umso weniger fühlen sie sich moralisch für ihr Verhalten verantwortlich, weil sie sich vor allem als Ausführende, weniger aber als Anführer verstehen." (HWWI Standpunkte August 2007) - Sehen Sie auch: Der Deregulierungsrat im FR-Experten-Check.
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Darf die Finanzwelt machen, was sie will? Oder muss der Staat regulierend eingreifen? Der Streit darüber ist alt, die Positionen dazu sind in jüngster Zeit aber überraschend neu. Wir erinnern an frühere Stellungnahmen - von Politikern und Ökonomen. (Quelle: Hans-Böckler-Stiftung)
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Fotostrecken Wirtschaft
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Natürlich kann der Staat nicht die Gesetze der Ökonomie außer Kraft setzen. Darum geht es auch nicht. Es ging 2009 um die temporäre Stabilisierung der Nachfrage, in der begründeten Hoffnung, dass sich Finanzmärkte und Gemütszustand der Investoren und Unternehmer mit der Zeit aufhellen. Dabei hat sich vor allem die Abwrackprämie als ziemlich effizientes Instrument erwiesen: Sie wirkte rasch und setzte genau an dem Industriesektor an, dem es am schlechtesten ging. Zudem führte die Abwrackprämie dazu, dass die Menschen in der Krise an ihr Erspartes gingen und damit konjunkturell genau das Richtige taten. Mindestens genauso erfolgreich war der deutsche Staat mit der Kurzarbeiterregel. Sie wird international beneidet, besungen und analysiert.
Bei den Firmen-Rettungen, bei Opel und der Hypo Real Estate (HRE) griff der Staat sogar auf Mikro-Ebene in die Wirtschaft ein. Hier ist zu bemängeln, dass er nicht rasch und mutig genug gehandelt hat. Das wäre für die Bürger günstiger geworden und für den Staat einfacher.
Auf jeden Fall hat 2009 gezeigt, dass es besser und billiger ist, wenn der Staat rechtzeitig eingreift. So lassen sich schlimme Folgekosten etwa für Arbeitslosigkeit oder das Verschwinden ganzer Industriezweige verhindern. Das beweist auch ein Blick auf die Neuverschuldung des Jahres: Sie ist deutlich weniger stark gestiegen als alle Analysten angesichts der teuren Konjunkturprogramme erwartet hatten. Auch hier sticht Deutschland positiv heraus.
Kurzum: Der Staat hat sich, zumal in Deutschland unter Schwarz-Rot, sehr tapfer geschlagen - allen Unkenrufen, aller Ideologie zum Trotz.
Bei Schwarz-Gelb schaut das schon anders aus, was die These relativiert, dass der Staat es kann. Er muss es auch wollen. Wenn er die Steuern für Hoteliers, Erben und Firmen senkt, schafft er kein Wachstum, schwächt aber seine Haushalte. Das führt dann zu Kürzungen, die das Wachstum schwächen. So setzt der Staat mutwillig eine Abwärtsspirale in Gang.
Nur ein starker Staat, ausgestattet mit klugen Beamten und ordentlichen Finanzen, kann die Folgen der Krise bewältigen. Die durch die Krise ausgelösten strukturellen Veränderungen der globalen Wirtschaft haben gerade erst begonnen. Noch immer sind die Banken zu fett, ist der Exportsektor hierzulande zu groß. Es werden noch viele Jobs verloren gehen. Das macht nichts, wenn der Staat sich seiner Rolle in der Wirtschaft bewusst ist. In Deutschland gehen im Schnitt jeden Tag knapp 10.000 Jobs verloren, es entstehen aber auch genauso viele neue. Abfedern, zeitlich strecken, umschulen, Innovationen fördern. So lauten die Aufgaben des Staates für 2010.
Lesen Sie auf den folgenden Seiten die Erfolgsbilanz staatlicher Maßnahmen wie Kurzarbeit und Abwrackprämie sowie eine Bilanz des Krisenjahres in Zahlen.