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10. Mai 2012

Der Griff nach dem letzten Strohhalm

 Von Sebastian Wolff

Immofonds CS Euroreal versucht probeweise Öffnung

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Obwohl ein ähnliches Manöver beim Konkurrenzfonds SEB Immoinvest nicht geklappt hat, versucht nun auch der eingefrorene Immobilienfonds CS Euroreal, durch eine probeweise Öffnung zu überleben. Fondsmanager Karl-Heinz Heuß kündigte am Mittwoch die Öffnung für den 21. Mai an. Bis dahin werden die Verkaufsorders der Investoren gesammelt. Nur wenn die Barmittel (die Nettoliquidität) in Höhe von 1,5 Milliarden Euro oder rund 25 Prozent des Fondsvermögens ausreicht, um alle Rückgabewünsche zu bedienen, hat der sechs Milliarden Euro schwere Fonds eine Zukunft. Insgesamt halten rund 200 000 Kleinanleger Anteile am CS Euroreal.

Sollten allerdings zu viele Anleger aussteigen, wird der Fonds aufgelöst – genauso wie der etwa gleich große SEB Immoinvest. Bei ihm bangen rund 350 000 Anleger um ihr Geld. Der SEB Immoinvest hatte am Montag seine Auflösung angekündigt, weil die Barmittel nicht ausreichten, um alle aussteigewilligen Anleger zu bedienen. Innerhalb von fünf Jahren sollen nun alle Immobilien des Fonds verkauft werden. Anlegerschützer befürchten, dass der Fonds gezwungen sein wird, seine Immobilien deutlich unter Wert zu veräußern, weil die Käufer die Situation ausnutzen dürften, um die Preise zu drücken.

Sollte die Wiederöffnung gelingen, werden Anteile künftig nicht mehr täglich, sondern nur noch ein Mal im Jahr zurückgenommen. Damit wird der Fonds auf das neue Anlegerschutzgesetz umgestellt. Auch alle anderen Immobilienfonds – also auch diejenigen, die noch geöffnet sind – werden ab 2013 an das neue Gesetz angepasst. Insgesamt haben rund drei Millionen Bundesbürger etwa 85 Milliarden Euro in diesen Fonds angelegt.

Experten befürchten, dass die Krise des SEB Immoinvest und des CS Euroreal nun auch auf die noch „gesunden“ Immobilienfonds übergreifen könnte. Denn es drohe eine Abwertungsspirale aller Gewerbeimmobilien. In dieser Woche hat Credit Suisse eine weitere Liegenschaft im Wert von über 100 Millionen Euro veräußert. Die Nettoliquidität des CS Euroreal steigt damit auf etwa 27 Prozent. Ob das ausreicht, um alle Anleger auszuzahlen, ist aber fraglich.

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