Gebaut wird der R4 schon seit 1992 nicht mehr und eigentlich steigt die Geburtstagsfete auch etwas verfrüht. Denn der erste R4 wurde erst bei der Internationalen Autoausstellung in Frankfurt am 21. September 1961 vorgestellt – und war damals eine Sensation. Der erste Renault mit Frontantrieb, ein Viertürer mit großer Heckklappe und einem Innenraum, der den Wagen flexibel zum Kleintransporter werden ließ. Mehr als acht Millionen Wagen sind seitdem vom Band gelaufen, unter anderem auch meiner.
Unvergessen der Triumph! Dichtes Schneetreiben auf der Autobahn von Heidelberg nach Mannheim. Die Strecke schien endlos, die Fahrt war aber trotz der Anspannung vergnüglich. Denn am Rande lagen in kurzen Abständen gleich zwei BMW und warteten auf den Pannendienst. Typisch Heckantrieb, jubelte ich und strich liebevoll über das Steuer meines R4 Safari, der mich mit frontaler Stärke sicher zu meiner Arbeit als Volontär bei der Zeitung brachte.
Etliche Umzüge bewältigt
Zugegeben, es war im Winter immer bissel frisch in dem Gefährt. Und das Radiohören gestaltete sich auch nicht so einfach. Ich hatte mein mitgebrachtes Radio immer auf höchste Lautstärke gestellt, aber das Motorengeräusch war dennoch nicht so einfach zu schlagen. Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass der R4 ziemlich oft Höchstleistungen bringen musste. Mein erstes Auto, gebraucht gekauft für 2700 Mark vom Erstbesitzer. Das musste auf Schnellstraßen im Wettbewerb mit PS-stärkeren Fahrzeugen getestet werden.
Den liebevollen Spott meiner Freunde habe ich ertragen: „Na, bist Du wieder mit Deinem Campingauto unterwegs?“ Die aus meiner Sicht nur von Neid geprägte Anspielung auf die grashüpferähnliche Farbe und die buntgestreiften Sitze im Innern. Ätsch. Dieser Wagen war immer im Parkhaus oder auf großen Abstellplätzen wiederzufinden..
Der R4 war einfach sein Geld wert. Zig Umzüge hat er vollgeladen geschafft. Für den Wechsel zu meiner ersten Redakteursstelle in Saarbrücken musste er gleich mehrmals am Tag die Strecke von Heidelberg in die saarländische Landeshauptstadt und zurück fahren.
Auch zum späteren Einsatzort in Luxemburg tat er brav seine Dienste. „Nun bist Du doch im zweiten Jahr Redakteurin willst Du Dir da nicht ein richtiges Auto zulegen“, sagte ein „Kollege“ bei RTL einst zu mir. BMW-Fahrer, was sonst. Aber die Rache folgte auf dem Fuße. Und zwar wieder im Winter. Da machte seine Schüssel mit Heckantrieb am Berg nämlich schlapp und er war heilfroh, mit meinem angeblichen Nicht-Auto zur Arbeit zu gelangen. Ich hatte es ihm großzügig angeboten. Von da an war Ruhe.
Tja, bedauerlicherweise war Luxemburg auch das Ende unserer Beziehung. Ich meine die zwischen dem R4 Safari und mir. Einmal die Vorfahrt nicht beachtet und schon war es geschehen. Der andere war leider von der Karosserie her stärker und hat meinen armen Safari völlig zerbeult. Mich hat der R4 liebevoll umhüllt und vor Schaden bewahrt, der Gute. Die Reparatur konnte ich mir damals leider nicht leisten und so habe ich ihn schweren Herzens einem Tüftler überlassen. Der, wie ich später hörte, das Auto noch jahrelang weitergefahren hat. Zum Glück. Vielleicht lebt es heute noch. Mein R4 wäre ja auch etwas jünger. Denn den ersten Safari brachte Renault erst 1976 heraus.
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