Masse versus Mode – so will Amazon den Kampf um Marktanteile bei elektronischen Büchern und Lesegeräten gegen Apple gewinnen. Der Konzern präsentierte gestern eine neue Version seines E-Book-Readers Kindle, die handlicher und leistungsfähiger als ihre Vorgängermodelle ist – und gut 300 Dollar weniger kostet als Apples billigstes iPad. Das neue Modell soll so zum Volks-Kindle werden.
Nur noch 139 Dollar (etwa 107 Euro) kostet es in der WiFi-Version, mit dem sich E-Books über WLAN herunterladen lassen. Für die 3G-Variante, mit der dies auch über Mobilfunk und damit praktisch überall möglich ist, sind 189 Dollar (145 Euro) z zahlen. Vom 27. August an will Amazon die neuen Geräte ausliefern, Vorbestellungen sind bereits jetzt möglich. Für die Lieferung nach Deutschland fallen allerdings noch Zoll und Gebühren an.
Konkurrenten hat Amazon gleich mehrere: Apple gehört mit dem ultraschicken iPad, das als multimediataugliches Tablet zwar eine andere Gerätekategorie darstellt, aber eben auch als E-Reader taugt, durchaus dazu – zumal Apple mit dem iBookstore eine eigene elektronische Buchhandlung im Rücken hat. Technisch besser vergleichbar sind dagegen die E-Reader von Sony oder der Buchhandelskette Barnes & Noble.
Die neue Version des Kindle wurde deshalb auch rundum modernisiert: Sie ist deutlich kleiner als bisher und wirkt aufgeräumter. Der Speicher wurde vergrößert, die Akkulaufzeit verlängert. Das Display mit elektronischer Tinte bleibt sechs Zoll groß, soll aber um 50 Prozent höhere Kontrastwerte liefern und damit das Lesen noch angenehmer für die Augen machen. Das ist einer der großen Vorteile gegenüber dem iPad, dessen LED-Display allerdings auch Farben darstellt und damit für Fotos, Videos, Spiele, Websites und unzählige Anwendungen geeignet ist.
Ein anderer Pluspunkt für Amazon ist das E-Book-Sortiment. Nach eigenen Angaben hat der Marktführer schon 420000 Titel im Programm – die meisten davon allerdings nur in englischer Sprache. Zum Vergleich: In Apples iBookstore werden derzeit nur etwa 25000 Titel angeboten.
Bereits vor wenigen Wochen hatte Amazon die Preise für die bisherigen Kindle-Modelle drastisch gesenkt: Das Standardmodell kostete bei der Markteinführung im Jahr 2007 noch 399 Dollar, später 259 und seit Juni nur noch 189 Dollar. Genaue Verkaufszahlen veröffentlicht Amazon nicht, der Absatz an Geräten sei aber deutlich gestiegen, ließ der Konzern verlauten. Wichtiger sind aber die elektronischen Bücher. Schon jetzt verkauft Amazon mehr E-Books als gebundene Bücher.
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