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30. August 2008

Deutsche Bahn: Fahrkarte am Schalter kaufen kostet extra

 Von THOMAS WÜPPER
Frankfurter Rundschau vom 16. Mai 2008  Foto: Thomas Plaßmann

Die Bahn erhöht ihre Preise stärker als erwartet: um durchschnittlich 3,9 Prozent. Und wer Tickets am Schalter oder Telefon löst, muss 2,50 Euro drauflegen.

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Die Deutsche Bahn (DB) erhöht die Preise noch stärker, als erwartet. Zum 14. Dezember werden Fahrscheine im Fern- und Regionalverkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent teurer. Hinzu kommen neue Bedienzuschläge. Für den Kauf einer Fahrkarte im Fernverkehr am Schalter oder Telefon werden künftig 2,50 Euro extra fällig. Die Bahncard 25 kostet künftig 57 statt 55 Euro, die Bahncard 50 verteuert sich von 220 auf 225 Euro.

Zum sechsten Mal in fünf Jahren dreht der auf Privatisierungskurs fahrende Konzern kräftig an der Preisschraube. Wegen stark gestiegener Kosten für Energie und Personal sei ein "moderater Anstieg" der Fahrpreise nötig, sagte DB-Vorstand Karl-Friedrich Rausch.

Die DB verweist darauf, dass Autofahren und Fliegen dieses Jahr sogar um mehr als ein Zehntel teurer geworden seien. Die neuen hohen Bedienzuschläge rechtfertigt Rausch damit, dass man die Beratung in der Fläche trotz hoher Kosten erhalten wolle.

Ab 14. Dezember kostet beispielsweise die einfache Fahrt Zweiter Klasse im ICE Hamburg-München 127 Euro statt bisher 122 Euro. Wer die Fahrkarte am Schalter oder Telefon kauft, zahlt sogar 129,50 Euro und damit fast sechs Prozent mehr. Besonders bei kürzeren Strecken wird deutlich, wie sehr die neuen Zuschläge die Fahrt verteuern. Die Strecke Mannheim-Stuttgart kostet künftig 35 statt 34 Euro, beim Kauf der Fahrkarte am Schalter oder Telefon sogar 37,50 Euro - glatte zehn Prozent mehr als bisher.

Rausch räumt indirekt ein, dass die Kalkulation mit den Bedienzuschlägen nicht aufgehen könnte. Man müsse damit rechnen, dass noch mehr clevere Kunden nach der kostenlosen Beratung am Schalter den Fahrschein nebenan am Automaten kaufen, wo kein Zuschlag anfalle. Den noch verbliebenen 400 Reisezentren gibt er dennoch eine "unbefristete Bestandsgarantie".

In den vergangenen Jahren hat der Konzern allerdings bundesweit bereits mehr als 600 Reisezentren geschlossen. Auch der Fahrscheinverkauf in Reisebüros wird weniger, weil die DB die Umsatzprovisionen kürzte und sich so die meist aufwendige Beratung für viele Vermittler kaum noch lohnt. Wegen des starken Abbaus von Bedienpersonal steht der Konzern schon länger in der Kritik. Mittlerweile buchten 60 Prozent der Kunden am Automaten oder im Internet, rechtfertigt Rausch diese Strategie. Bis 2011 will der Konzern 7000 neue Automaten einführen und lässt sich das 150 Millionen Euro kosten.

Zum Vergleich: In die Reisezentren werden nur 15 Millionen Euro gesteckt. Durch "Kundenaufrufsysteme" wie beim Arzt sollen auch die teils langen Menschenschlangen vor den Schaltern etwas kürzer werden. Fünfzehn Minuten Wartezeit am Bahnschalter und mehr seien aber heute schon "die absolute Ausnahme", meint Rausch. Unter der Telefonnummer 01805-996633 werden Kunden vom 14. Dezember an beraten und können Fahrkarten kaufen. Kosten: 14 Cent pro Minute. Bisher ist besonders die Fahrplanauskunft mehrfach teurer, was Kunden und Verbraucherschützer seit langem kritisieren.

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